Holger Lachnit DH

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Kolumnen 13.09.2017 Von Holger Lachnit

Es ist Zeit, umzudenken

Zehn Millionen Euro soll der Neubau von Stadtbibliothek und Archiv an Nienburgs Langer Straße kosten. Und bislang gibt es keinen einzigen Cent an Zuschüssen für das Projekt, dem Verwaltung und Politik den merkwürdigen Namen „58979“ gegeben haben . Es ist daher allerhöchste Zeit, umzudenken. Es ist unstrittig, dass Nienburg eine moderne Stadtbibliothek an zentraler Stelle benötigt und diese nicht im vom Zerfall bedrohten Posthof bleiben kann. Auch braucht die Region ein zeitgemäßes Kreis- und Stadtarchiv.

Doch muss beides wirklich in einem Gebäude vereint werden? Und muss dieses Gebäude tatsächlich an der Langen Straße in Nienburg stehen? Und müssen dafür tatsächlich zehn Millionen Euro – komplett über Schulden finanziert – ausgegeben werden?

Das Stadt- und Kreisarchiv muss nicht zwangsläufig in Nienburg bleiben. Es kann an jedem Ort im Landkreis eingerichtet werden, der mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreichbar ist. Vielleicht gibt es ja bereits ein geeignetes Gebäude, in dem eine kostengünstigere Lösung als ein Neubau umgesetzt werden kann.

Eine Stadtbibliothek an der Langen Straße wäre wünschenswert. Doch dann bitte in einem Gebäude, das auch Wohnen ermöglicht. So kann wenigstens ein kleiner Teil der Kosten refinanziert werden. Der jetzt ins Spiel gebrachte „Begegnungsort“ hat nichts mit der Bücherei zu tun. Vielleicht kann er im Posthof eingerichtet werden – der hätte dann wenigstens eine Folgenutzung.

Zuletzt eine Bitte an Rat und Verwaltung: Nehmt bei allen weiteren Planungen die Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot. Sonst droht ein weiterer Aufschrei wie bei der Heimlichtuerei um den 58456.

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Erstellt:
13. September 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

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