Der Eingang des Drakenburger Impfzentrums. Foto: Landkreis Nienburg

Der Eingang des Drakenburger Impfzentrums. Foto: Landkreis Nienburg

Landkreis 20.02.2021 Von Holger Lachnit

Es ist ein Skandal

Mit der Verwendung des Worts „Skandal“ sollte man stets vorsichtig sein. Doch wie ist es anders zu bezeichnen, wenn demnächst 5.000 Impfdosen des Herstellers AstraZeneca vom Land in den Landkreis Nienburg geliefert werden, das Land aber gleichzeitig keine Möglichkeit bietet, sich über die Impfhotline für eine Impfung registrieren zu lassen?

Diese skandalöse Situation entsteht, weil der Impfstoff nur für Personen zwischen dem 18. und 65. Lebensjahr zugelassen ist, sich über die Impfhotline aber weiterhin nur Über-80-Jährige registrieren lassen können. Wir bekommen also große Mengen sehnsüchtig erwarteten Impfstoffs in den Landkreis, aber gleichzeitig wird die Kreisverwaltung bei der Verteilung komplett im Stich gelassen.

Da ist es verständlich, dass Landrat Detlev Kohlmeier wütend ist und deutliche Worte an die Verantwortlichen für die Misere richtet: „Besonders ärgert mich daran, dass sinnvolle und pragmatische Lösungsvorschläge der Landkreise seitens des Landes nicht angenommen werden. Es stünde dem Land gut an, mehr auf die kommunale Expertise zu vertrauen“, erklärt er in einer Pressemitteilung.

Ein Hintergrund von Kohlmeiers Kritik: Nach HARKE-Informationen hat die Nienburger Kreisverwaltung – wie auch andere Landkreise – ein eigenes System zur Vergabe von Impfterminen auf die Beine gestellt, darf es aber nicht einsetzen, da das Land auf seiner Vorgehensweise beharrt.

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Erstellt:
20. Februar 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 38sec

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