Früher ein Zeichen der Freundlichkeit, heute nicht erlaubt: Das Händeschütteln.

Früher ein Zeichen der Freundlichkeit, heute nicht erlaubt: Das Händeschütteln.

Nienburg 09.06.2020 Von Holger Lachnit

Es ist passiert

Guten Tag

Neulich habe ich es getan. Es war Ewigkeiten her, seit ich es zuletzt gemacht hatte. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, aber es ist passiert: Ich habe jemandem die Hand gegeben.

Es war eine spontane Reaktion. Und mein Gegenüber war so verblüfft darüber, dass er meine Hand auch ergriff. Danach schauten wir uns verlegen an. Wie sollten wir uns jetzt verhalten? Uns die Hand am Hosenbein abwischen?

Wahrscheinlich fühlte sich der von mir Ergriffene so wie ich als Kind, wenn ich von meiner Oma einen besonders feuchten Kuss auf die Wange bekam. Damals konnte ich mir mit einem lauten „Iiiiih“ mit dem Handrücken über die Wange wischen. Doch wie geht man als Erwachsener mit so etwas um?

Mein Gegenüber und ich lösten die Situation durch Händewaschen und ein sich daran anschließendes philisophisches Gespräch. Wir stellten fest, wie sehr sich doch unser Verhalten und Fühlen innerhalb eines Vierteljahrs Corona-Pandemie geändert hat.

Händeschütteln war vor Corona ein Zeichen der Freundlichkeit und des Respekts. Einen Freund in den Arm zu nehmen, gab einem ein richtig gutes Gefühl.

Und heute? Nach den strikten Kontaktbeschränkungen ist es jetzt schon merkwürdig, plötzlich wieder bei einem Freund auf der Terrasse sitzen zu dürfen. Es fühlt sich irgendwie fremd und ein wenig verboten an. Gleichzeitig ist es aber auch toll, ein kleines bisschen Normalität in Corona-Zeiten erleben zu dürfen.

Bitte bleiben Sie gesund.

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Erstellt:
9. Juni 2020, 04:10 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 44sec

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