Michael Duensing, Olga Suin de Boutemard, Thomas Gatter, Antonia Kleinert und Winfried Schmierer. Kulturwerk

Michael Duensing, Olga Suin de Boutemard, Thomas Gatter, Antonia Kleinert und Winfried Schmierer. Kulturwerk

Nienburg 03.06.2019 Von Die Harke

Eva Mattes singt und liest Astrid Lindgren

Projektreihe „Starke Stimmen gegen das Vergessen“ läuft ganzjährig

Das Nienburger Kulturwerk und der „Arbeitskreis Gedenken“ möchten „Starke Stimmen gegen das Vergessen“ zu Wort kommen lassen. Die Projektreihe „Starke Stimmen gegen das Vergessen“ läuft ganzjährig und hat mit der Geschwister-Scholl-Lesung und dem Werksfestival vor allem ein junges Zielpublikum erreicht. Der künstlerische Höhepunkt der Reihe ist im November ein Abend mit Eva Mattes mit Texten von Astrid Lindgren und einfühlsamen Chansons aus dem Exil. „Gedenkarbeit 3.0 besteht erfreulicherweise nicht wie zu meiner Zeit daraus, dass ein Fernseher in ein stickiges Klassenzimmer geschoben wird, sondern ist vielschichtig und erlebnisnah“, erklärt Olga Suin de Boutemard das Konzept der Projektreihe. Die bewährte Kooperation mit dem „Arbeitskreis Gedenken“ sei dabei ein Glück. „Wir sind ein starkes Team und können beide zusammen mit viel Glaubwürdigkeit ein Mehrgenerations-Publikum ansprechen, das sich gegenseitig bereichert“, bestätigt Thomas Gatter vom „Arbeitskreis Gedenken“.

Mit dem Film „Astrid“ am 3. Juni im Filmpalast Nienburg gibt das „kommunale Kino“ erstmals einen Einblick in das Leben der berühmten Schriftstellerin und Schöpferin von „Pippi Langstrumpf“ und „Ronja Räubertochter“. Aus ihrem Leben, deren aufregendes Schaffen mit dem Label Kinderbuchautorin vollkommen unzureichend bezeichnet ist, könnte man viele Stationen erzählen.

Die bekannten Geschichten von Astrid Lindgren handeln von Mut, Hoffnung, Liebe und Widerstand. Doch lange bevor diese entstanden, schrieb sie ihre Gedanken über das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts nieder: den Zweiten Weltkrieg. In ihren Tagebüchern schildert sie, wie Europa von Faschismus, Rassismus und Gewalt vergiftet wird. Am 8. November liest Eva Mattes aus den Tagebüchern der beliebten Kinderbuchautorin.

Nachdenklich und betroffen, aber auch mit dem so unverwechselbaren Tonfall stellt Astrid Lindgren in ihren Tagebüchern wichtige Fragen, die heute wieder von erschreckender Aktualität sind: Was ist gut und was ist böse? Was tun, wenn Fremdenfeindlichkeit und Rassismus das Denken und Handeln der Menschen bestimmen? Wie kann jeder Einzelne von uns Stellung beziehen?

Gleich nach Erscheinen der Tagebücher 2015 hat Eva Mattes – die am Theater und im Film mit Regisseuren wie Peter Zadek, Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog arbeitete und bis 2016 als Tatortkommissarin Klara Blum ermittelte – Lindgrens Kriegstagebücher als Hörbuch aufgenommen. Jetzt hat sie mit der Musikerin und Autorin Irmgard Schleier daraus eine zweistündige, musikalisch begleitete Lesung entwickelt. Kapitel aus den Tagebüchern und Auszüge aus „Pippi Langstrumpf“ wechseln ab mit literarischen Chansons aus dem Exil, jiddischen Liedern aus dem Widerstand sowie Wiegen- und Kinderliedern aus Nord- und Osteuropa. DH

Der Eintritt beträgt 24 Euro, ermäßigt 22 Euro. Infos und Kartenbestellungen im Nienburger Kulturwerk, Mindener Landstr. 20, unter Telefon (0 50 21) 92 25 80, per E-Mail an info@nienburger-kulturwerk.de oder unter www.nienburger-kulturwerk.de mit Auswahl des Wunschsitzplatzes.

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Erstellt:
3. Juni 2019, 08:32 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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