Tamara Müller und Johannes Vogel inmitten der gackernden Hühnerschar. Foto: Hagebölling

Tamara Müller und Johannes Vogel inmitten der gackernden Hühnerschar. Foto: Hagebölling

Rohrsen 09.05.2020 Von Edda Hagebölling

Experiment geglückt

„Villa Hühnerglück“ zum zweiten Mal aufgestallt. Obwohl ein Ei fast 40 Cent kostet

Das Experiment ist geglückt. Die Menschen in Rohrsen und Umgebung waren offenbar bereit für die „Villa Hühnerglück“. Obwohl das Ei aus dem Mobilstall 38 Cent kostet, haben Tamara Müller und Johannes Vogel jetzt zum zweiten Mal aufgestallt. Wieder scharren, picken und gackern rund 250 robuste braune Freilandhühner auf der Grünfläche unweit der B 215 am Ortsausgang von Rohrsen in Richtung Haßbergen.

DIE HARKE am Sonntag hat die beiden Jungunternehmer um ein kleines Fazit gebeten nach einem Jahr „Villa Hühnerglück“.

„Natürlich hätten wir nicht wieder aufgestallt, wenn wir auf unseren Eiern sitzen geblieben wären“, so die 23-jährige Sparkassenbetriebswirtin und der 29-jährige Agrarwirt bei einem Ortstermin inmitten der Hühnerschar.

Doch die rund 215 Eier pro Tag fanden immer ihre Abnehmer. Bei den Menschen in Rohrsen und Umgebung, aber auch bei den Durchreisenden.

Besonders gut lief es an dem SB-Verkaufsstand in Rohrsen. Wer dort anhielt, um sich mit Eiern aus der „Villa Hühnerglück“, Kartoffeln vom Hof Göllner aus Gadesbünden und Nudeln aus den Eiern der glücklichen Hühner einzudecken, hatte den direkten Blick auf Hühnermobil und Hühner. Etwas geringer war der Absatz in dem Verkaufsstand an der B 209 in Heemsen unweit des Brautmodengeschäfts von Hannes Schrader. „Dort fehlte schlicht die Hühnerwiese“, vermuten Tamara Müller und Johannes Vogel.

Verkauf auf Vertrauensbasis

Der Verkauf läuft auf Vertrauensbasis. Das Geld wird passend in eine fest installierte Geldkassette gesteckt. Missbraucht wurde dieser Vertrauenvorschuss nur selten. In einem Fall führte die kostenlose Mitnahme von 150 Eiern sogar zu einem Arbeitsplatzverlust. Ein „Kunde“ war mit einem Firmenwagen vorgefahren. Der wiederum ließ sich dank der Videokamera einwandfrei identifizieren.

Probleme mit Vandalismus gab es sehr zur Erleichterung der beiden jungen Leute kaum.

Wer im Februar und März „Villa Hühnerglück“-Eier kaufen wollte, stellte fest, dass immer auch Eier in rosafarbenen Verpackungen dabei waren. Die wiederum stammten von einer befreundeten Familie, die im Raum Walsrode ebenfalls einen mobilen Hühnerstall betreibt. Die Rohrsener Hühner waren zu dieser Zeit in der Mauser und legten darum weniger Eier.

Geschlachtet wurde die erste Generation der „Villa Hühnerglück“ mit 15 Monaten. Und auch als Suppenhühner fanden die rund ein Kilo schweren Tiere reißenden Absatz. „Die Nachfrage war so groß, dass wir das Dreifache hätten verkaufen können“, so Tamara Müller.

Die Qualität des Fleisches hatte sich schnell herumgesprochen und auch das Wissen darum, unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben.

Nur so können sich die beiden Jungunternehmer auch erklären, warum der Preis von 38 Cent je Ei nicht abgeschreckt hat. „Artgerechte Haltung ist immer mehr Menschen auch mehr Geld wert“, vermuten die beiden Rohrsener.

Vor rund einem Jahr hatte DIE HARKE am Sonntag schon einmal über die „Villa Hühnerglück“ berichtet. Das Hühnermobil war damals gerade in Betrieb genommen worden. Der mobile Hühnerstall war seinerzeit einer von insgesamt dreien im ganzen Landkreis. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Weitere Infos unter www.hof-vogel.de

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Erstellt:
9. Mai 2020, 18:10 Uhr
Lesedauer:
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