Oliver Kahn (r) übernimmt beim FC Bayern das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Karl-Heinz Rummenigge. Foto: Andreas Gebert/dpa

Oliver Kahn (r) übernimmt beim FC Bayern das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Karl-Heinz Rummenigge. Foto: Andreas Gebert/dpa

München 01.06.2021 Von Deutsche Presse-Agentur

FC Bayern: Rummenigge hört früher als Vorstandschef auf

Die Ära Karl-Heinz Rummenigge endet beim Fußball-Bundesligisten FC Bayern München ein halbes Jahr früher als geplant.

Wie der Club mitteilte, löst der 65-Jährige seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender der Münchner zum 30. Juni 2021 auf. Damit übernimmt Oliver Kahn ein halbes Jahr früher als geplant den Posten von Rummenigge. Zuvor hatten die „Bild“, „Sport-Bild“, „Welt“ und „Kicker“ darüber berichten.

Rummenigges Abschied stellt Zäsur dar

In den fast 20 Jahren unter Rummenigges Führung erlebten die Bayern die sportlich und wirtschaftlich erfolgreichste Zeit ihrer Vereinsgeschichte. Höhepunkte waren die Triple-Jahre (Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal) unter den Trainern Jupp Heynckes (2013) und Hansi Flick (2020). Seit 2013 haben die Münchner auch jedes Jahr den Meistertitel geholt. Einen Platz im Aufsichtsrat strebt der gebürtige Westfale, der zwischen 1974 und 1984 insgesamt 310 Bundesliga-Spiele (162 Tore) für die Münchner bestritt, offenbar nicht an.

Rummenigges Abschied wird eine Zäsur bei Deutschlands Topclub darstellen. Vereinspatron Uli Hoeneß hatte sich 2019 aus der ersten Reihe zurückgezogen, auch wenn der 69-Jährige weiter im Aufsichtsrat mitmischt. Nun geht das andere Alphatier, das den Club über Jahrzehnte geprägt hat und vor allem während Hoeneß' Gefängnisstrafe von 2014 bis 2016 souverän führte.

Rückkehr in die Exekutive der UEFA

Rummenigge hatte das Fußball-Business rational und nicht aus der Emotion heraus betrieben. Seriös ist ein Wort, das er gerne gebraucht. Dazu passt ein klarer Schnitt. Sein Credo lautet: „Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich für unersetzlich halten. Es ist Teil des Lebens, dass man irgendwann loslassen muss und den Nachfolgern Vertrauen schenkt.“ Genauso konsequent ist nun, dass er die Geschäfte an Kahn bereits ein halbes Jahr früher übergibt.

Zuletzt hatte sich Rekordnationalspieler Lothar Matthäus für Rummenigge als neuen DFB-Boss stark gemacht. Dies hatte der Vize-Weltmeister von 1982 und 1986 in der Vergangenheit aber ausgeschlossen. Rummenigge kehrte zuletzt im Zuge der Krise nach dem Wirbel um die Super League überraschend als Clubvertreter in die Exekutive der Europäischen Fußball-Union zurück.

© dpa-infocom, dpa:210601-99-817866/6

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Erstellt:
1. Juni 2021, 12:06 Uhr
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