Gisdol kämpft um den Job: „Haben alles in der eigenen Hand“

Gisdol kämpft um den Job: „Haben alles in der eigenen Hand“

Wolfsburgs Josip Brekalo (M) jubelt mit den Mannschaftskameraden nach seinem Tor zum 1:0. Foto: Swen Pförtner/dpa

„Es gilt nicht zu jammern“, sagte der 51-Jährige nach dem etwas unglücklichen 0:1 (0:0) beim VfL Wolfsburg. „Wenn wir nur die Leistung betrachten, haben wir heute ein gutes Spiel gemacht. Vielleicht war es sogar besser als gut.“

Wie es nun mit Gisdol weitergeht, ist die große Frage nach diesem Spiel. Der Tabellen-16. ist mittlerweile seit sieben Spielen sieglos. Von einem direkten Abstiegsplatz der Fußball-Bundesliga trennt ihn nach dem Unentschieden der beiden direkten Konkurrenten FSV Mainz 05 und Arminia Bielefeld nur noch die bessere Tordifferenz. Und auch wenn der Kölner Sportchef Horst Heldt seinem engen Vertrauten schon vor der Länderspielpause praktisch nur eine Jobgarantie für das jeweils nächste Spiel gegeben hat, ist diese Trainerfrage offenbar nicht so einfach zu beantworten, wie es jetzt auf den ersten Blick aussieht.

Denn zumindest eine Halbzeit lang taten die Kölner Spieler in der Volkswagen Arena alles dafür, um die Position ihres Trainers zu stärken. Nach dem überzeugenden 2:2 gegen Borussia Dortmund setzten sie gleich dem nächsten deutlich besser besetzten Team zu. „Wenn wir die Leistung der letzten beiden Spielen halten können, ist es für uns möglich, schnell zu punkten. Wir haben alles in der eigenen Hand. Die Jungs werden nach diesem Spiel sicherlich nicht weniger Selbstvertrauen haben als vor dem Spiel“, sagte Gisdol.

Seine eigene Zukunft sei „das Thema, über das ich mir wirklich keine Gedanken mache. Die Leistungen gegen Dortmund und gegen Wolfsburg sind für uns die Messlatte und die Marschroute.“

Vor der Pause hatten die Kölner durch einen Lattenschuss von Jonas Hector die lange Zeit beste Chance dieser Partie (14. Minute). Nach der Pause aber konnten sie ihr Niveau vor allem in der Vorwärtsbewegung nicht mehr halten. Wolfsburg wurde nun deutlich zielstrebiger und druckvoller. Den Siegtreffer von Josip Brekalo in der 69. Minute hätte der FC zwar bei klarer Überzahl in dieser Situation verhindern können. Er war am Ende aber leistungsgerecht.

Für die Wolfsburger war dieser Sieg ein großer Schritt Richtung Champions League. Denn auf den Tabellenfünften Borussia Dortmund hat der Tabellendritte nun schon elf Punkte Vorsprung. Ein komfortables Polster, auch wenn die nächsten Gegner nacheinander Eintracht Frankfurt, Bayern München, VfB Stuttgart und Dortmund heißen.

„Ich bin sehr glücklich und sehr froh über den Sieg, weil ich schon vorher wusste, dass das heute ein sehr schweres Spiel wird“, sagte Trainer Oliver Glasner. Die ersten Tage nach einer Länderspielpause seien eine „komplizierte Zeit, weil viele Nationalspieler am Dienstag, am Mittwoch, am Donnerstag oder sogar verletzt zurückkamen. Wir mussten die Abläufe erst wieder synchronisieren.“

Von einer Vorentscheidung im Rennen um die Champions-League-Plätze will der Österreicher aber noch nicht sprechen. „Wir schauen auf uns und darauf, so viele Punkte wie möglich zu holen. Dann sehen wir, was am Ende dabei herauskommt“, meinte Glasner. „Zu sagen: Wir haben jetzt elf Punkte Vorsprung und können es jetzt drei Wochen etwas ruhiger angehen lassen - das ist nicht unsere Art.“

© dpa-infocom, dpa:210403-99-75120/3

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