Die FDP-Landtagsabgeordnete Susanne Schütz (Zweite von links) informierte sich mit der Nienburger FDP-Kreistagsfraktion über die geplante Dokumentations- und Gedenkstätte Pulverfabrik Liebenau bei Martin Guse (links). Foto: FDP

Die FDP-Landtagsabgeordnete Susanne Schütz (Zweite von links) informierte sich mit der Nienburger FDP-Kreistagsfraktion über die geplante Dokumentations- und Gedenkstätte Pulverfabrik Liebenau bei Martin Guse (links). Foto: FDP

Nienburg 16.06.2020 Von Die Harke

FDP will an Kofinanzierung festhalten

Liberale Landtagsabgeordnete Susanne Schütz besuchte die Pulverfabrik Liebenau

Auf Einladung der Nienburger FDP-Kreistagsfraktion informierte sich die Landtagsabgeordnete Susanne Schütz (Braunschweig) über das Projekt „Dokumentationsstelle Pulverfabrik“. In den Räumen der bisherigen Hauptschule Liebenau soll mithilfe verschiedener Geldgeber ein außerschulischer Bildungsort mit überregionaler Bedeutung entstehen.

Martin Guse erläuterte der FDP-Delegation aus dem Kreistag und Landtag die Planungen rund um die „Dokumentationsstelle zur Pulverfabrik Liebenau“, die im Neu-bautrakt der St.-Laurentius-Schule Liebenau entstehen soll. Der dortige Hauptschul-zweig läuft aus und biete Platz für die Dokumentations- und Gedenkstätte als Bildungseinrichtung, die sich an neusten pädagogischen Konzepten orientiere.

„Interessierte Besucher, vor allem auch Schüler der unterschiedlichsten Jahrgänge sollen hier die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der The-matik Nationalsozialismus erhalten“, wird Guse, der über viele Jahre das Projekt feder-führend begleitet hat, in einer Pressemitteilung der FDP zitiert. Die Forschungs- und Dokumentationsarbeiten sollen zudem kontinuierlich fortgesetzt werden und mündeten bereits in Veröffentlichungen und Ausstellungen.

Häftlings- und Zwangsarbeit, NS-Wirtschafts- und Rüstungspolitik, NS-Kriegswirtschaft sowie „Arbeitserziehungslager“ Liebenau werden die Schwerpunkte der Dokumentationsstelle, die multimedial präsentiert werden sollen, sein. Auch regelmäßige Führungen über das Gelände des heutigen Forstgutes Eickhof seien geplant.

Der Nienburger Kreistag habe schon vor Jahren seine Finanzierungszusage gemacht. Seitdem seien viele Monate vergangen, in denen andere Geldgeber, vor allem das Land Niedersachsen, immer wieder mit neuen Anforderungen oder Finanzmittelknappheit die Umsetzung des Projektes hinauszögerten. „Für uns ist es hingegen eine Selbstverständlichkeit, dass die Landkreis-Kofinanzierung aufrechterhalten bleibt“, sagt FDP-Fraktions-Chef Jörg Hille (Oyle), der auch Mitglied des Kreisfinanzausschusses ist: „Da darf Corona keine Rolle spielen“.

„Das greif- und erlebbare pädagogische Angebot, das hier gerade auch für unsere Schüler des Landkreises entwickelt wird“, merkte Heiner Werner (Nienburg) an, „ist ein echter Mehrwert, der über die Region hinausstrahlt“.

Die Fachpolitikerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Susanne Schütz, sicherte ihre Unterstützung auch auf Landesebene zu. „Aus eigener Erfahrung“, so die Lehrerin und Landtagsabgeordnete, „weiß ich, wie schwer es teilweise ist, das dunkle Kapitel der deutschen Geschichte den Schülern näher zu bringen.“ Allein ein Erleben der Anlage zwischen Liebenau und Steyerberg mit 21 unterirdischen, 250 aufstehenden und 104 umwallten Gebäuden würde vielen Zeitgenossen die Augen öffnen, waren sich die Teilnehmer einig.

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Erstellt:
16. Juni 2020, 16:12 Uhr
Lesedauer:
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