Das Scheunenviertel-Team.

Das Scheunenviertel-Team.

04.05.2014

Fachwerk, Kultur, Butterkuchen

HamS-Serie „Ausflugsziele in der Region“ / Heute: das Estorfer Scheunenviertel

Von Michael Duensing

Estorf. Der heutige HamS-Ausflugstipp führt in das historische Scheunenviertel Estorf an der Neuen Schulstraße. Seit vergangenem Donnerstag sind die Scheunen und die Kirche wieder von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr für Interessierte und insbesondere Fahrradtouristen geöffnet - und das jeden Tag bis zum 14. September. „In diesem Jahr starten wir zum zehnten Mal in die Fahrradsaison“, freut sich Rolf Bodermann, Geschäftsführer des Heimatvereins Scheunenviertel Estorf. Rund 2000 fahrradbegeisterte Gäste besuchen in den Frühlings- und Sommermonaten das idyllisch gelegene Scheunenensemble im Schünebusch. Mehr als ein Dutzend „Scheunenöffnerinnen und -öffner“ sind für die Gäste da, heißen sie während der Öffnungszeiten willkommen und führen durch die Ausstellungen und Gebäude. In dem Estorfer Gotteshaus sind ebenfalls Ehrenamtliche im Einsatz. Weitere Helferinnen und Helfer sind stets willkommen. „Das Scheunenviertel liegt direkt am Weserradweg“, erklärt Rolf Bodermann. Und zahlreiche Gäste nutzen auch das Angebot, unter dem Dach der Brösking-Scheune Quartier zu beziehen.

15 feste Übernachtungsplätze sind vorhanden, bei Bedarf können noch weitere Schlafstätten hergerichtet werden. Im Erdgeschoss der Brösking-Scheune ist eine große Teeküche. Gegen eine Spende erhalten Gäste kalte Getränke oder Kaffee. Auf Wunsch kann die Scheune auch für geschlossene Veranstaltungen angemietet werden. Insgesamt neun Scheunen, die zwischen 1650 und 1750 errichtet wurden, sind in den vergangenen 30 Jahren saniert und restauriert worden. Zwei wurden sogar an anderer Stelle ab- und im Schünebusch wieder aufgebaut. Ursprünglich haben rund 40 Scheunen und Schafställe auf dem Areal zwischen den Eichen gestanden. Und natürlich gibt es eine Menge zu sehen. In der Siemering-Scheune beispielsweise zeigen die vielen Exponate, wie in der Vergangenheit die Hausschlachtung vonstatten ging, in der Backscheune werden die über die Landkreisgrenzen bekannten Butterkuchen gebacken, und in dem Stövesand-Speicher sind viele, viele Möbel, Utensilien und Dinge des täglichen Lebens von früher ausgestellt.

Alt-Bürgermeister und Heimatvereinsmitglied Rudi Niemann unterstreicht: „Die Scheunen konnten erhalten werden. Sie zeigen, wie das bäuerliche Leben ausgesehen haben könnte. Sie sind ein kulturelles Highlight für Estorf.“ Doch es war eine Menge Arbeit notwendig, um dieses prachtvolle Bauwerkensemble zu realisieren. Bereits 1984 starteten die Wiederaufbauarbeiten.

Drei Hauptziele sollen mit dem Scheunenviertel verwirklicht werden. Mit dem Erhalt der Gebäude und den vielen Exponaten wird der museale Charakter erfüllt. Zudem finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie beispielsweise plattdeutsches Theater, Lesungen oder Kleinkunst-Aufführungen statt. Noch in diesem Jahr wird die Kulturscheune professionell ausgebaut. Des weiteren ist das Scheunenviertel eine touristische Destination für Gäste aus der Region und weit darüber hinaus.

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Erstellt:
4. Mai 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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