Ein Kritikpunkt des ADFC: Wenn Fahrrad- und Autofahrer gleichzeitig im Tunnel an der Verdener Straße unterwegs sind, ist es für alle Verkehrsteilnehmer sehr eng. Foto: ADFC Nienburg

Ein Kritikpunkt des ADFC: Wenn Fahrrad- und Autofahrer gleichzeitig im Tunnel an der Verdener Straße unterwegs sind, ist es für alle Verkehrsteilnehmer sehr eng. Foto: ADFC Nienburg

Landkreis 06.12.2020 Von Die Harke

Fahrradklimatest 2020: Zahl der Teilnehmenden hat sich erhöht

Nienburg ist in der Auswertung

Wie wohl fühlen die Menschen sich auf dem Fahrrad in ihrer Stadt? Darum ging es bei der Umfrage zum Klima für Radfahrer auf den Verkehrswegen in den jeweiligen Kommunen.

Die Umfrage für 2020 wurde Ende November beendet. Benötigt werden für eine Auswertung wenigstens 50 abgegebene Meinungen.

Nienburg ist nach Auskunft des hiesigen ADFC wieder mit dabei. Teilgenommen am Fahrradklimatest haben 183 Menschen, 2018 waren es 151. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl wurden 58 Stimmen pro 10.000 Einwohner gezählt.

Zum Vergleich: Neustadt liegt bei 118 Teilnehmern (20 Stimmen pro 10.000 Einwohner), Verden bei 67 Teilnehmenden (24 Stimmen pro 10.000 Einwohner), Diepholz bei 69 (41 Stimmen pro 10.000 Einwohner), Achim bei 53 (17 Stimmen pro 10.000 Einwohner), Celle bei 231 (32 Stimmen pro 10.000 Einwohner), Garbsen bei 108 Teilnehmenden (18 Stimmen pro 10.000 Einwohner) und Sulingen bei 169 (125 Stimmen pro 10.000 Einwohner).

Weiter wurde die Befragung beantwortet für Estorf (1), Haßbergen (1), Hassel (1), Hilgermissen (1), Hoya (1), Liebenau (1), Marklohe (1), Rehburg-Loccum (2), Steimbke (1), Steyerberg (1), Stolzenau (1) und Wietzen (1). „Die Beteiligung in unserem Landkreis ist danach recht gut. Das zunehmende Interesse am Radfahren und an Verbesserungen für den Radverkehr hat sicher dazu beigetragen“, sagt Berthold Vahlsing, Vorsitzender des Nienburger ADFC-Kreisverbandes.

Der ADFC hofft, mit dem Ergebnis mehr Rückenwind für Fortschritte an den Verkehrsanlagen für den Fahrradverkehr zu bekommen. „Leider stellt sich die Lage bei uns vor Ort immer schwieriger dar. Wirkliche Maßnahmen erfolgen kaum. Lippenbekenntnisse helfen dem Radfahrer aber nicht weiter.

Zu schmale Schutzstreifen, Sanierungsstau an Radwegen, für zügiges Fahren schlecht ausgebaute Wegstrecken, wenig Akzeptanz von Radfahrern auf der Straße und unfreundliche Ampelschaltung sind nur wenige der Punkte, die immer wieder als Hindernisse genannt werden“, kritisiert Vahlsing.

Die Verkehrswende für mehr Klimaschutz komme nicht von selbst. Wer mehr Radverkehr in einer Stadt wie Nienburg wolle, müsse etwas dafür tun. Sichere und sinnvoll ausgebaute Fahrradverkehrsverbindungen aus den Ortsteilen in die Innenstadt würden schon seit Jahren eingefordert, leider nicht mit ausreichendem Erfolg. Auf Veränderungen wie den Pedelecverkehr und die Zunahme des Verkehrs aufgrund der Corona-Pandemie habe man nicht reagiert.

„Wir appellieren deshalb an die politischen Verantwortungsträger und die Verwaltungsleitungen, sich mehr für den Fahrradverkehr zu engagieren. Die Bereitschaft bei vielen Verkehrsteilnehmern ist da, auch einmal das Rad zu nutzen. Die Verkehrsflächen müssen allerdings stimmen. Sie haben es in der Hand“, sagt Vahlsing.

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Erstellt:
6. Dezember 2020, 18:55 Uhr
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