02.06.2013

„Fahrradständer reine Felgenkiller“

ADFC-Vorsitzender Vahlsing mit Bedingungen für Radfahrer nach wie vor unzufrieden

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Nach wie vor sehr unzufrieden ist Berthold Vahlsing mit den Bedingungen, die die Radfahrer in Nienburg vorfinden. Dennoch wird der Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nicht müde, auf die Defizite hinzuweisen. Und um Abhilfe zu bitten. Im Gespräch mit der Harke am Sonntag schilderte er Schwachpunkte, machte aber auch Lösungsvorschläge. „Unser größter Traum ist eine separate Fahrradspur, die von Holtorfer Kreisel kommend direkt in die Innenstadt führt“, so der ADFC-Kreisvorsitzende. Er ist überzeugt, dass viel mehr Menschen mit dem Fahrrad in die Stadt fahren würden, wenn sie nicht ständig Gefahr liefen, von den Autos, die in die Verdener Landstraße einbiegen, erfasst zu werden.

Dass es für Radler gerade im Nordertor besonders gefährlich ist, beweist nach Mitteilung Vahlsings die Statistik der Polizei. Wegen der vielen Einkaufsmärkte und dem beidseitigen Radverkehr seien die Unfallzahlen in diesem Bereich besonders hoch.

Umso froher ist der Radverkehrsexperte darum, dass bei der Planung des Nordringkreisel von vornherein auf die Belange der Radfahrer Rücksicht genommen wurde. Guter Rat teuer ist dagegen in puncto E-Center-Anbindung. Im Juni soll im Nienburger Rathaus erneut darüber beraten werden, ob auch in diesem Bereich ein Kreisel erforderlich ist. Zu realisieren ist ein Kreisel an dieser Stelle allerdings nur, wenn der „Takko“-Markt der Stadt einen Teil seines Parkplatzes abtritt.

„In Nienburg angekommen, stellt sich dann aber die berechtigte Frage: Wohin mit dem Fahrrad?“ berichtete Vahlsing weiter. Die wenigen vorhandenen Fahrradständer seien reine Felgenkiller. Außerdem gebe es davon viel zu wenige. Der ADFC-Vorsitzende plädiert im Gespräch mit der HamS dafür, in der Innenstadt zentrale Abstellanlagen zu installieren. Beispielsweise vor dem Posthof, vor dem Alten Rathaus und am Springbrunnen am Stahnwall. „Die gibt es auch mobil, sind also auch abzubauen“, betont Vahlsing mit Blick auf das Altstadtfest.

Ebenfalls äußerst unbefriedigend ist die Situation nach den Erfahrungen des ADFC-Sprechers für die Radwanderer mit ihren Packtaschen. In der gesamten Innenstadt existiere nur eine einzige Fahrradgarage. Und die sei so versteckt, dass sie kaum zu finden sei. Auch fehle es – gerade am Wochenende, wenn die Mittelweser-Touristik nicht besetzt sei – an Möglichkeiten, seine Packtaschen einzuschließen.

Vahlsing würde sich ferner freuen, wenn auch der eine oder andere Gastronomiebetrieb in der Innenstadt von sich aus ebenfalls in zusätzliche Fahrradständer investieren würde.

In die Pflicht nehmen möchte der Experte aber unbedingt auch die Bahn. „Vor dem Nienburger Bahnhof mangelt es überall an Abstell-Bügeln oder ähnlichem“, so der passionierte Liegerad-Radler, „man hat gar keine andere Möglichkeit, als sein Rad einfach irgendwo abzustellen.“

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Erstellt:
2. Juni 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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