Nahezu alle Geschäfte müssen ab Dienstag schließen – bundesweit. Foto: ArTo - stock.adobe.com

Nahezu alle Geschäfte müssen ab Dienstag schließen – bundesweit. Foto: ArTo - stock.adobe.com

Nienburg 16.03.2020 Von Sebastian Schwake

Fast alles muss am Dienstag schließen

Maßnahme gilt für nahezu alle Händler und Institutionen ab 6 Uhr / Ausnahmen: Supermärkte, Wochenmärkte, Apotheken, Lieferdienste

Die Bürger im Landkreis Nienburg müssen sich von Dienstag an auf weitere Einschränkungen in ihrem Alltag einstellen. Ministerpräsident Stephan Weil hat am Montagabend in der Landespressekonferenz mitgeteilt, dass sich die Bundesregierung und die 16 Bundesländern auf einen Maßnahmenkatalog geeinigt haben, der weitreichende Einschränkungen des Alltags für die Menschen im Landkreis haben wird.

Ausdrücklich nicht geschlossen werden der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel. Zudem sollen die Öffnungszeiten für Lebensmittelgeschäfte auf den Sonntag ausgeweitet werden.

Geschlossen werden sollen hingegen Bars, Clubs, Diskotheken, Fitnesscenter, Saunen, Schwimmbäder, Kinos, Bordelle und Kneipen, teilte Weil mit. Gleiches gilt für Einzelhandelsgeschäfte aller Art, auch Kinderspielplätze dürfen nicht mehr benutzt werden. Die Maßnahmen gelten ab Dienstag, 6 Uhr.

Das sind sehr drastische Maßnahmen.

Carola Reimann, Niedersachsens Gesundheitsministerin

Einen entsprechenden Erlass will die Landesregierung am Dienstag verabschieden. Zudem tritt ein Versammlungsverbot inkraft. Demnach sollen auch Volkshochschulen und Musikschulen geschlossen bleiben. Ein Versammlungsverbot gilt ferner für Kirchen, Moscheen und Synagogen. Restaurants sollen vorerst geöffnet bleiben, bekommen aber Auflagen: eine ist, dass sie um 18 Uhr geschlossen werden müssen.

„Alle privaten Besuche von Bewohnerinnen und Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen sowie von Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern werden untersagt. Wir müssen insbesondere die besonders gefährdeten Gruppen vor einer Ansteckung schützen“, sagt Niedersachsens Gesundheitsministerin Ministerin Carola Reimann.

Die Regelungen werden über den Landkreis als Ordnungs- und Gesundheitsbehörde umgesetzt. Die Polizei soll das Verbot überwachen. Ziel ist es, damit einen spürbaren Fortschritt bei der Eindämmung der Ausweitung zu erzielen.

Die Maßnahmen gelten zunächst bis zum 18. April – auch die Schließungen der einzelnen Geschäfte. „Das sind sehr drastische Maßnahmen“, gestand Carola Reimann ein. Aber es kämen immer noch Menschen aus Skiurlauben zurück, die womöglich mit dem Virus infiziert seien.

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Erstellt:
16. März 2020, 17:54 Uhr
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