Die Tierschützer wollen das Schicksal von Mischling Jonny nicht länger hinnehmen.

Die Tierschützer wollen das Schicksal von Mischling Jonny nicht länger hinnehmen.

Liebenau 28.05.2016 Von Edda Hagebölling

„Fast immer an der Kette“

Tierfreunde wollen das Schicksal des Mischlings vom Liebenauer Lönsweg nicht länger hinnehmen

Von Edda Hagebölling

Liebenau. Erst lief er ständig auf der Straße herum, seitdem ihn die Polizei mehrfach zu seinen Besitzern zurückgebracht hat, ist er fast nur noch an der Kette. Birgit Bethmann und Sebastian Kompaß aus Liebenau und Walter und Ulrike Füllgrabe vom Tierschutz „Drakenburger Heide“ wollen das Schicksal von Mischling Jonny nicht länger hinnehmen. Nachdem sie sich zunächst mit dem Rathaus in Liebenau und dem Veterinäramt des Landkreises in Verbindung gesetzt hatten, trafen sie sich jetzt auch mit der Harke am Sonntag. In der Hoffnung, dass sich für den Hund aus dem Lönsweg in Liebenau etwas ändert.

In der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Liebenau, wenn...“ war Birgit Bethmann auf den ständig frei herumlaufenden Hund aufmerksam geworden. Als dieser auch noch ihrer Mutter auf dem Fahrrad nachsetzte, reichte es ihr. „Der Hund scheint zwar nicht aggressiv zu sein, aber auf der Straße haben Hunde nichts zu suchen. Sie brauchen den Kontakt zu den Menschen“, so die Tierfreundin.

Jonny sei im August als Welpe aus Rumänien nach Liebenau gekommen. Lange Zeit sei er in einem völlig verkoteten Zwinger gehalten worden. „Und hat ständig in den höchsten Tönen gekläfft“, so Nachbar Sebastian Kompaß. Kompaß hat die Hundebesitzer mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass man einen Hund so nicht halten kann.

Der Zwinger ist mittlerweile verschwunden. Er wurde abgebaut, als im Garten ein paar Bäume gefällt wurden. Jonny wird seitdem an einer etwas zwei Meter langen Kette gehalten. Als Unterschlupf dient ein kleiner Holzunterstand. Der Bereich, in dem sich der Mischling bewegen kann, ist fast den ganzen Tag über Wind und Wetter ausgesetzt. „Letztens wurde Jonny von den Kindern sogar geschlagen“, so Kompaß weiter.

„Kettenhaltung ist in Deutschland verboten.“ Darauf weist Tierschutz-Experte Walter Füllgrabe hin. Er hat bereits mit Dr. Martin Schmidt vom Veterinäramt des Landkreises über den Hund vom Lönsweg gesprochen.

Sebastian Kompaß hat sich in der Zwischenzeit parallel an das Ordnungsamt der Samtgemeinde Liebenau gewandt. „Wir haben den Hinweis an das Veterinäramt des Landkreises weitergeleitet“, bestätigt Fachdienstleiter Jörg Seebode auf Nachfrage der Harke am Sonntag. Ein Bericht liegt ihm noch nicht vor.

Landkreis-Pressesprecher Cord Steinbrecher berichtet, dass die Tierärzte des Veterinäramtes bereits vor Ort waren und mehrere Maßnahmen angeordnet hätten, die innerhalb einer bestimmten Frist zu erfüllen seien.

Um welche Maßnahmen es sich genau handelt und ob es sich bei der Frist eher um zwei oder eher um vier Wochen handelt, wollte Steinbrecher aus Rücksicht auf die Tierhalter jedoch nicht näher erläutern. Die wiederum waren telefonisch nicht zu erreichen.

Die Tierfreunde aus Liebenau erwarten vom Veterinäramt dagegen, dass der Hund in Obhut genommen und gegen die Besitzer ein Tierhalteverbot ausgesprochen wird.

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Erstellt:
28. Mai 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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