Cleopatra (Sopranistin Regula Mühlemann) wird im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage in St. Martin in Nienburg zu hören sein. Martin Förster

Cleopatra (Sopranistin Regula Mühlemann) wird im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage in St. Martin in Nienburg zu hören sein. Martin Förster

Nienburg 03.09.2019 Von Die Harke

Faszinierende Cleopatra

Niedersächsische Musiktage gastieren am 22. September in der Nienburger Martinskirche

Mit einem fulminanten Programm sind Regula Mühlemann und das La Folia Barockorchester zu Gast bei den Niedersächsischen Musiktagen. Im Mittelpunkt des Konzerts am Sonntag, 22. September, um 18 Uhr in der Kirche St. Martin in Nienburg steht die ägyptische Königin Cleopatra. Als Alleinherrscherin und Geliebte von Julius Cäsar hat Cleopatra VII zahlreiche Kunstschaffende inspiriert – und bleibt dennoch mysteriös. Eine beachtliche Zahl von Opern zu Leben und Leiden der Cleopatra entstand im 17. und 18. Jahrhundert – nämlich rund 80 Kompositionen. Es ist dem Spürsinn von Robin Peter Müller, Gründer und Konzertmeister des Barockorchesters La Folia, und der Sopranistin Regula Mühlemann zu verdanken, dass sie aus dieser Fülle von Material ein barockes Cleopatra-Projekt entwickelt haben: Sie sichteten eine Unmenge an Arien aus Barockopern, in denen Cleopatra eine Rolle spielt.

Die Sopranistin Regula Mühlemann, die an den Konzertabenden in die Rolle der Cleopatra schlüpft, sagte in einem Interview, dass sie bei der Einstudierung der Arien nach einem eigenen Ansatz zwischen der Vielzahl an Geschichten suchen musste: „Ich musste dieses Bild von der befehlshaberischen Königin auf der Pyramide aus dem Kopf bekommen“, sagte Mühlemann der Süddeutschen Zeitung. Inzwischen ist das Konzertprogramm mit dem La Folia Barockorchester bereits erfolgreich beim Label Sony eingespielt und mit dem „Opus Klassik“ ausgezeichnet.

Beim Konzert in Nienburg, dass die Niedersächsische Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Martin und der Sparkasse Nienburg veranstaltet, erklingen Rezitative und Arien von Vivaldi und Händel, aber auch von weniger bekannten Komponisten, die einst in Venedig oder auch in Hamburg die Szene beherrschten, beispielsweise Antonio Sartorio, Johann Adolf Hasse und Johann Mattheson.

Die Musik spiegelt die Seele Cleopatras, die hinter der offiziellen Rolle der Königin verborgen ist: eine mutige, starke, aber auch feinsinnig empfindende Frau, die sich über Konventionen und Erwartungen hinwegsetzte. Beim diesjährigen Festival der Niedersächsischen Musiktage, das unter dem Thema „Mut!“ stattfindet, ist das klingende Porträt dieser faszinierenden Frau der Weltgeschichte besonders gut aufgehoben.

Das La Folia Barockorchester und sein künstlerischer Leiter Robin Peter Müller begeistern seit 2007 die internationale Musikwelt mit seiner mitreißenden Spielfreude auf historischen Instrumenten, wobei der Name des Ensembles seiner Bedeutung sehr nahekommt. „La Folia“ stand im Barockzeitalter für Kühnheit, Wildheit, Ausgelassenheit. All dies setzt das Orchester mit einer ansteckenden Vitalität um.

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Erstellt:
3. September 2019, 21:22 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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