Pastor Michael Weiland (links) und Landwirt Ralf Straßburg verlegten gemeinsam Beregnungsrohre.  Suling / Landvolk

Pastor Michael Weiland (links) und Landwirt Ralf Straßburg verlegten gemeinsam Beregnungsrohre. Suling / Landvolk

Hassel 01.06.2019 Von Die Harke

Ferkel einstallen zum Warmwerden

Erste „Pastor trifft Bauer“-Aktion in Hassel mit Michael Weiland und Ralf Straßburg

„Jesus ist auch direkt zu den Menschen gekommen. Man darf sich als Kirche nicht darauf verlassen, dass die Menschen zu uns kommen“, findet Michael Weiland. Deshalb ließ sich Hassels neuer Pastor auch nicht zwei Mal bitten, als ihn das Landvolk Mittelweser und der Kirchenkreis Syke-Hoya dazu einluden, zusammen mit Landwirt Ralf Straßburg das erste Tandem der neuen Aktion „Pastor trifft Bauer“ zu bilden. Das hat das Landvolk mitgeteilt. Die Idee dahinter sei: Pastoren sollen den Arbeitsalltag von Landwirten kennenlernen. Und das auf ganz praktische Art und Weise: „Ich durfte heute Morgen gleich dabei helfen, 770 Ferkel einzustallen“, erklärte Michael Weiland, als er eine erste Bilanz seines Einblicks in die Landwirtschaft zog. „Das war was zum Warmwerden“, sagte Ralf Straßburg über die morgendliche Aktion.

„Ich habe schon 1000 Fragen gestellt. Mir ist es wichtig, von Sorgen, Preisen und der Verantwortung zu hören, die ein Landwirt trägt“, erzählte Michael Weiland. „Ich bin ein Stadtkind, war aber im Sommer immer bei meiner Oma, die eine LPG in der damaligen DDR betreute.“

Nach dem Zwischenstopp auf dem Hof mitten in Hassel ging es weiter aufs Feld. „Wir müssen Beregnungsrohre verlegen“, kündigte Ralf Straßburg an. „Wahnsinn, dass ich das alles kennenlernen und erfahren darf, wo Lebensmittel herkommen und wer die Menschen dahinter sind“, war Michael Weiland begeistert. Körperliche Arbeit sei ihm nicht fremd, sagte der Pastor, der Hochachtung vor dem Beruf des Landwirts habe:„Man muss vielseitig sein und seine Hände in vielen Töpfen drin haben“, stellte er schnell fest.

Als er zuvor mit Ralf Straßburg auf dem Trecker durchs Dorf gefahren sei, hätten einige Passanten gewinkt. „Hier lässt es sich aushalten“, sagte Michael Weiland denn auch über seinen neuen Arbeitsort Hassel, in dem er mit einer halben Stelle vertreten ist. „Bisher läuft es hier ganz gut. Die Leute sind sehr nett und umgänglich.“

Ralf Straßburg war mit seinem Helfer auf Zeit zufrieden: „Das passt gut“, sagte er und empfiehlt auch anderen Landwirten, einen Geistlichen mal mit in den Stall oder aufs Feld zu nehmen. „Ich hoffe, ich bin kein Klotz am Bein“, grinste der Pastor. „Das ist schon in Ordnung“, lobte der Schweinemäster und Ackerbauer den Pastor.

Der habe für sich viele Eindrücke mitgenommen: „Man kommt mal raus aus seiner Komfortzone und sieht, was der andere macht.“ So etwas müsse er viel häufiger machen, findet Michael Weiland. „Denn als Pastor ist es wichtig zu wissen, was die Menschen brauchen.“ Und auch ein Gegenbesuch des Landwirts beim Pastor sei ebenfalls vorgesehen – eventuell mit einer Aktion zum Erntedank.

„Vielleicht müssen wir nach dem Mittagessen noch hacken, den Ackerschachtelhalm bekommen wir sonst nicht weg. Der hat lange Wurzeln“, erzählte Ralf Straßburg. Erstmal aber wartete eine Mittagspause auf die beiden. „Ich finde die Aktion super, weil ich dabei auch den Menschen kennenlerne, mit dem ich’s zu tun habe“, freute sich Michael Weiland über den spannenden Tag. Sprach’s und kletterte hinter das Steuer des Treckers. „Du fährst uns nach Hause“, kündigte Ralf Straßburg an. Bange war dem Pastor nicht dabei. „Das ist lange her, aber ich bin als Kind schon Trecker gefahren.“

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Erstellt:
1. Juni 2019, 09:51 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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