Die Macher des Hurricane-Festivals in Scheeßel haben kurz vor Beginn die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verschärft. Hurricane-Festival

Die Macher des Hurricane-Festivals in Scheeßel haben kurz vor Beginn die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verschärft. Hurricane-Festival

TGIF 16.06.2017 Von Rebecca Göllner

Festival mit Beigeschmack

Noch vor zwei Jahr habe ich die Tage bis zum Festival gezählt, konnte es kaum erwarten, mit meinen Freunden wieder ein kleines Zeltdorf aufzustellen und für eine paar Tage den Alltag zu vergessen. Jetzt hat es sich leicht verändert. Ich freue mich zwar immer noch, dass es bald wieder losgeht, doch das Festival-Leben hat einen faden Beigeschmack bekommen – und nein, es liegt nicht am Dosenbier und den verkohlten Bratwürstchen. Vielmehr ist es so, dass die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate nicht ganz ignoriert werden können. Keiner der mehreren Tausend Besucher des Ariana Grande Konzertes in Manchester hätte damit gerechnet, dass ausgerechnet dort ein Terroranschlag verübt wird. Ebenso wenig die ahnten die Besucher des Konzertes der Eagle of Death Metal, was in dieser Nacht in Paris noch passieren wird. Gerade diese Ahnungslosigkeit nutzen die Täter aus. Jedesmal sind es Unschuldige, die verletzt oder sogar getötet werden.

Dennoch sollte die Angst niemanden hemmen, weiterhin Spaß zu haben und das Leben wie zuvor zu genießen. Denn dann hätte der Terror sein Ziel erreicht.

Trotzdem ist es meines Erachtens richtig, dass die Veranstalter die Sorgen der Konzert- und Festivalbesucher ernst nehmen und die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal unter die Lupe nehmen und zum Teil verschärfen.

Genau das haben jetzt die Organisatoren des Hurricane-Festivals in Scheeßel gemacht. Gut eine Woche vor Beginn der Veranstaltung wurden neue Sicherheitsaspekte aufgenommen und die Regelung für die Taschen- und Getränke-Mitnahme verschärft. Taschen, Rucksäcke und Turnbeutel aller Art sowie volle Tetra-Packs und Trinkflasche dürfen in diesem Jahr nicht mehr mit auf das Konzertgelände mitgenommen werden, erlaubt sind nur leere Tetra-Packs und Becher. Für Smartphone, Geld und ein, zwei andere Dinge müssen Gürteltasche oder Brustbeutel reichen. Zu streng oder genau richtig? Darüber lässt sich sicherlich streiten. Auch auf Facebook wird in den Kommentaren darüber diskutiert, ob das Getränkeverbot nicht aus Profitgründen ist. Wobei auch in den letzten Jahren schon offiziell die Mitnahme von alkoholischen Getränken auf das Konzertgelände verboten war – aber durch Tricks mit reingeschmuggelt wurde. Das wird in diesem Jahr wohl nicht mehr möglich sein. Andere fürchten, dass durch das neue Sicherheitskonzept die „Lockerheit des Hurricanes“ verloren geht. Nachvollziehbar. Immerhin basiert es auf der Vorstellung, dass auch dort ein Terrorakt passieren könnte und dieser so gut es eben geht schon im Vorfeld im Keim erstickt werden soll.

Trotzdem denke ich, dass die Macher des Festivals es sich nicht leicht gemacht haben, diesen Schritt zu gehen und nicht gegen, sondern für die Hurricane-Besucher so agieren. Die Veranstalter sind um die Sicherheit bemüht.

Ich bin gespannt darauf, wie es vor Ort läuft und werde später davon berichten, ob das Hurricane 2017 ein entspanntes Festival war oder von der Strenge der Sicherheitsmaßnahmen überschattet wurde. Ist jemand von euch auch dort? Wie seht ihr das, handeln die Veranstalter richtig? Wir freuen uns über jeden Kommentar!

P.S: Man trifft sich beim Flunky-Ball auf dem Campingplatz, dort ist Dosenbier noch immer erlaubt. ;-)

Gut 80000 Menschen werden auch in diesem Jahr wieder beim Hurricane dabei sein. Stüben

Gut 80000 Menschen werden auch in diesem Jahr wieder beim Hurricane dabei sein. Stüben

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Erstellt:
16. Juni 2017, 15:08 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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