Thomas Kropp (links) mit Julian Sparwirth an der neuen Löschwasserpumpe. Janine Küchhold/Kreis Minden-Lübbecke

Thomas Kropp (links) mit Julian Sparwirth an der neuen Löschwasserpumpe. Janine Küchhold/Kreis Minden-Lübbecke

Hille 14.02.2019 Von Die Harke

Feuerwehr für Mülldeponie

Entsorgungszentrum Pohlsche Heide reagiert nach zahlreichen Bränden

Die Pohlsche Heide in Hille bekommt eine eigene Feuerwehr. Das Entsorgungszentrum des Kreises Minden-Lübbecke reagiert damit auf die Brände der vergangenen Wochen und Monate. Wichtigste Neuanschaffung für die Betriebsfeuerwehr ist ein Feuerwehrfahrzeug mit 5.000 Litern Wasser und 500 Litern Löschschaum. Die Betriebsfeuerwehr werde zurzeit aufgebaut und soll Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Hille sein, teilte die Kreisverwaltung am Donnerstag mit. Mit Julian Sparwirth hat die Pohlsche Heide schon einen Mitarbeiter als hauptamtlichen Brandschutzbeauftragten. Er ist dauerhaft von allen anderen Aufgaben freigestellt.

Er werde künftig nur noch als Brandschützer tätig sein. 14 Mitarbeiter des Entsorgungszentrums seien feuerwehrtechnisch ausgebildet worden. Darüber hinaus habe das Entsorgungszentrum weitere Maßnahmen umgesetzt: Dort ist ein Wachdienst außerhalb der Betriebszeiten auf dem Gelände eingerichtet. Zudem gibt es eine Bereitschaft, einen zweiten Bagger und Ersatz-Pumpen. Der Löschteich wurde mit durch eine Ringdränage aufgefüllt und damit begonnen, die Ersatzbrennstoffmengen abzubauen, die beim ersten Brand im September die Einsatzkräfte gefordert hatten.

„Dadurch, dass auf dem deutschen Markt große Mengen an Abfällen aus Großbritannien importiert werden, war 2018 der Absatz der eigenen Ersatzbrennstoffe nicht gesichert oder außergewöhnlich teuer – das hatte dazu geführt, dass die maximale Lagerkapazität von 10.000 Tonnen ausgeschöpft werden musste“, sagt der technische Leiter Thomas Kropp.

2018 war es im September, November und Dezember zu Bränden auf der Pohlschen Heide gekommen. Am 11. September breitete sich der Brand durch starken Wind und die Trockenheit schnell über den Ersatzbrennstoff (EBS) und gelagerten Gewerbemüll aus. Gleichzeitig war es zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, die 2.000 Liter Löschwasser pro Minute aus den eigenen Anlagen sicher zu liefern. Das führte dazu, dass sich das Feuer über beide Ersatzbrennstoffmieten und eine Gewerbemüllmiete ausdehnen konnte. Besonders das Löschen des Gewerbemülls war zeitaufwendig. Zum Glück lagen die EBS-Mieten 13 Meter über der Dichtung, so dass hier Schäden ausgeschlossen werden konnten.

Die Brände am 11. November und am 29. Dezember waren in vorbehandelten Abfällen und unvorbehandelten Abfällen ausgebrochen. „Hier ist eine solche Brandentwicklung eher ungewöhnlich“, sagt Kropp. Die Brandursache ließ sich nicht eindeutig klären, aber viele Anhaltspunkte sprächen dafür, dass Lithium-Ionen-Akkumulatoren die Brandursache waren – denn sie reagieren auf Beschädigung oder Wasser heftig.

„Vor zwei Jahren hatten Hersteller Handys aus dem Verkehr gezogen, weil diese bei normalem Betrieb in Brand gerieten. Mittlerweile ist durch wissenschaftliche Studien belegt, dass im Nachhinein auch in der Abfallwirtschaft erhebliche Schäden durch diese Akkus entstanden sind“, so Kropp. Der Nutzungszyklus dieser seit einigen Jahren erschwinglichen Akkus ist zum Beispiel auch in Verbindung mit einfachen Handarbeitsmaschinen oder E-Bikes recht kurz. Viele Menschen wissen offenbar nicht, dass es gut funktionierende Rücknahme-Systeme gibt. Sie schmeißen diese Akkus einfach in den Müll – und das könne Folgen haben.

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Erstellt:
14. Februar 2019, 21:00 Uhr
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