Fieber-Test: Unbesorgt in die Kita

Fieber-Test: Unbesorgt in die Kita

Das Messen der Körpertemperatur durch eine Erzieherin gehört in den Kindertagesstätten der Samtgemeinde Marklohe für die betreuten Mädchen und Jungen im Beisein der Eltern seit Wochenanfang zum morgendlichen Ritual. Foto: Samtgemeinde Marklohe

In den kommunalen und kirchlichen Kindertagesstätten der Samtgemeinde Marklohe wird seit Montag dieser Woche die Temperatur gemessen – freiwillig, kontaktlos, im Beisein der Eltern und bei allen im Kindergarten länger anwesenden Personen.

Das betrifft die Kinder, die Erzieherinnen und Erzieher sowie Praktikantinnen, heißt es in einer Pressemitteilung der Samtgemeindeverwaltung. Überzeugung sei, dass alle Beteiligten „für die Gemeinschaft und unser aller Wohl so gut wie möglich Vorsorge treffen sollten“.

Das anwesende Personal in allen fünf Kindertagesstätten der Samtgemeinde, rund 50 Personen, wird bereits seit Anfang März einmal wöchentlich getestet. Diese Maßnahme hat die Verwaltung im Rathaus Lemke für alle Einrichtungen veranlasst und finanziert sie auch. Die anwesenden Kinder in der Kita werden allerdings nicht getestet, aus diesem Grund sei das Messen der Temperatur im Moment das einzige Mittel, um mögliche Krankheiten der Mädchen und Jungen rechtzeitig zu erkennen und kranke Kinder gegebenenfalls zu Hause zu betreuen.

„Es wird sich dabei an den allgemeinen Richtlinien orientiert, die das Fieber charakterisieren: 37,5 Grad bedeutet subfebrile Temperatur. Sollte bei einem Kind die Temperatur über diesem Wert liegen, ist es nötig, genauer zu schauen“, schreibt die Samtgemeindeverwaltung weiter und verweist auf Informationen im Internet unter www.internisten-im-netz.de/krankheiten/fieber/temperatur-regulation-im-koerper.

Im Gehirn befinde sich ein „Wärmeregulationszentrum“, der sogenannte Hypothalamus, ein Teil des Zwischenhirns. Er stelle sicher, dass in Gehirn, Herz, Nieren und Leber immer eine weitgehend konstante Temperatur eingehalten werde, indem Wärmeproduktion und Wärmeabgabe je nach Bedarf gesteuert werden. Dieser Temperatur-Sollwert ist auf rund 37 Grad Celsius eingestellt.

Bei einer Infektion oder einer sonstigen Entzündung wird dieser Sollwert verstellt und liegt höher als die normalen 37 Grad Celsius. Folglich gibt der Hypothalamus den Befehl, den „Istwert“ an den neuen „Sollwert“ anzupassen und den Körper stärker „aufzuheizen“.

Das „Fiebermessen“ habe problemlos funktioniert, „und unser Fazit der ersten Tage ist, dass die Kinder entspannt in die Kitas gehen beziehungsweise die Eltern ihre Kinder unbesorgt in der Kita lassen können.“ Auch wenn es einige Nachfragen der Eltern gegeben habe, sei es doch den meisten Eltern wichtig gewesen, die freiwillige Vorsorge zu unterstützen.

Abschließend heißt es: „Die Rückmeldungen aus den Kitas sind überwiegend positiv: Die meisten Eltern sehen es als Selbstverständlichkeit an, nicht nur sich und die Familien, sondern auch alle anderen zu schützen. Und wenn dies erreicht werden kann, indem jeden Morgen kurz die Temperatur gemessen wird, dann haben wir alle wenigsten einen kleinen Beitrag zum Schutz der Gemeinschaft geleistet.“