Ehrenamtliche, die an der Fahrt nach Bremerhaven ins Auswanderermuseum teilgenommen haben, mit Claudia Eckhardt und Hindo Sozdar Dalaf (von rechts) vom Fachdienst Migration und Teilhabe. Landkreis Nienburg

Ehrenamtliche, die an der Fahrt nach Bremerhaven ins Auswanderermuseum teilgenommen haben, mit Claudia Eckhardt und Hindo Sozdar Dalaf (von rechts) vom Fachdienst Migration und Teilhabe. Landkreis Nienburg

Landkreis 12.12.2018 Von Die Harke

Flucht früher und heute

Ehrenamtliche unternahmen einen Ausflug nach Bremerhaven

Im Nienburger Kreisgebiet gibt es zahlreiche Ehrenamtliche, davon mehr als 100 vom Fachdienst Migration und Teilhabe des Landkreises Nienburg ausgebildete Integrationslotsen, die in ihrer Freizeit Neuzugewanderte begleiten. Um Fluchtgeschichte früher und heute zu vergleichen und das vorhandene Netzwerk der Ehrenamtlichen weiter auszubauen, wurde jetzt vom Fachdienst eine Fahrt zum Auswanderermuseum Bremerhaven angeboten. Das Deutsche Auswandererhaus befindet sich direkt am Hafen in Bremerhaven, der 1852 eröffnet wurde und von dem bis 1890 knapp 1,2 Millionen Menschen in die so genannte „Neue Welt“ aufbrachen. Bremerhaven war Abfahrtsort für insgesamt 7,2 Millionen Auswanderer. Im Deutschen Auswandererhaus wird diese Geschichte auch anhand von Einzelschicksalen nachvollziehbar, ebenso wie 300 Jahre Einwanderungsgeschichte nach Deutschland. Durch die Verbindung von historischer sowie aktueller Aus- und Einwanderung hat sich das Museum zum bundesweit ersten Migrationsmuseum entwickelt.

Weltweit sind fast 70 Millionen Menschen auf der Flucht, nach Aussage des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zum fünften Mal in Folge ein Rekordwert. Europa ist kaum betroffen, 85 Prozent leben in Entwicklungsländern. Deutschland nahm nach den Informationen der UN im vergangenen Jahr 970.400 Vertriebene auf. Damit liegt die Bundesrepublik im weltweiten Vergleich auf Platz sechs, hinter der Türkei, Pakistan, Uganda, dem Libanon und Iran. Gemessen an der Bevölkerung nahm der Libanon, gefolgt von Jordanien, die meisten Geflüchteten auf.

Der mühsame und teilweise lebensgefährliche Weg in ein neues Leben wurde den Ehrenamtlichen aus Nienburg im Auswanderermuseum verdeutlicht. Unterstützung bei Ämtern und Behörden, Hilfe bei Sprach-, Verständnis- und Schulschwierigkeiten waren früher und sind auch heute noch notwendig. Einige der ehrenamtlich Aktiven aus dem Landkreis Nienburg haben selber eine Fluchtgeschichte, so dass unter den Anwesenden und den Mitarbeiterinnen des Fachdienstes Migration und Teilhabe, Hindo Dalaf und Claudia Eckhardt, ein reger Austausch auf dieser Tagesfahrt stattfand.

Weitere Informationen sind unter Telefon (0 50 21) 96 76 89 und 96 76 06 oder unter integration@kreis-ni.de erhältlich.

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Erstellt:
12. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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