In der Samtgemeinde Grafschaft Hoya sind zurzeit 311 Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern untergebracht. Achtermann

In der Samtgemeinde Grafschaft Hoya sind zurzeit 311 Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern untergebracht. Achtermann

05.11.2016

Flüchtlinge: Skepsis oder Zuversicht?

Samtgemeinde Grafschaft Hoya und Arbeitskreis „Brot und Salz“ laden am Dienstag zu Gedankenaustausch ein

Von Horst Achtermann

Eystrup. In der Samtgemeinde Grafschaft Hoya sind zurzeit 311 Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern untergebracht. 56 Paten aus dem Arbeitskreis „Brot und Salz“ betreuen und begleiten die Familien. Die Paten treffen sich alle vier Wochen zum Erfahrungsaustausch, sammeln Ideen und Anregungen.

Am kommenden Dienstag, 8. November, um 19 Uhr laden Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer und der Arbeitskreis „Brot und Salz“ mit ihrer Leiterin Renate Paul, die Öffentlichkeit in das Gasthaus Parrmann in Eystrup ein. Dort wird Petra-Angela Ahrens, Dozentin des sozialwissenschaftlichen Institutes der evangelischen Kirche Deutschland, einen Vortrag mit dem Thema „Skepsis oder Zuversicht? – Erwartungen der Bevölkerung zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland“ halten.

Beate Waibel-Flanz ist Patin und hat durch ihre beruflichen Kontakte die Vernetzung inhaltlich aufgearbeitet. „Was uns alle bewegt, runter gebrochen auf unsere Samtgemeinde, dazu wollen wir auch andere mit auf den Weg, mit ihren Bedenken und Zweifeln, nehmen“, betont Renate Paul in einer Presseinformation. Und weiter: „Wir gucken auf den sozialen Frieden.“

Mareen Witthöft ist im Fachbereich Bürgerservice mit Ann-Kathrin Feddeler – im Eystruper Rathaus ist es Uta Frese – für Flüchtlingsfragen zuständig. Witthöft betont die „ungebrochene Hilfsbereitschaft der Bevölkerung“ in der Samtgemeinde.

In einer deutschlandweiten Studie mit Meinungsumfragen stellt Sozialwissenschaftlerin Petra-Angela Ahrens fest, dass sich Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren eher zuversichtlich äußern, dass Deutschland die Herausforderungen durch die Aufnahme von Flüchtlingen bewältigen wird. Das gelte in der Tendenz auch für die 60-bis 69-Jährigen. Die allermeisten Befragten ( 88,3 Prozent) unterstreichen, dass Deutschland mit der Aufnahme von Flüchtlingen Menschen in existenzieller Not zur Seite steht, heißt es in der Studie.

Mehr als drei Viertel der Befragten geben an, dass in ihrer Wohngegend Flüchtlinge leben. Aber weniger als die Hälfte hat selbst schon Erfahrungen im Kontakt zu ihnen gemacht.

Am meisten verbreitet seien Sorgen, die sich auf wachsenden Extremismus, mangelnde Integrationsmöglichkeiten und finanzielle Schlechterstellung der Einheimischen beziehen. Die Befragten, die Sorgen äußern, sind – bis auf wenige Ausnahmen – älter und formal weniger gebildet als der Durchschnitt, heißt es in der Studie von Dozentin Ahrens.

Sorgen bereiten: Rechtsextremismus wird wachsen (84,6 Prozent); es wird immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden (77,6 Prozent) und keinen Arbeitsplatz zu finden (77,2 Prozent).

Insgesamt haben positive Erfahrungen mit Flüchtlingen noch erheblich größere Bedeutung als die Sorgen: Sie tragen zu einer zuversichtlichen Perspektive bei. Selbst Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, können sich 86 Prozent der Befragten nicht vorstellen.

Auf dem Podium sitzen Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer, Fachdienstleiter Uwe Back, Renate Paul und Beate Waibel-Flanz. „Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Ich hoffe, dass viele kommen und offen und kritisch mit uns diskutieren“, so Renate Paul.

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Erstellt:
5. November 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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