Das Team der Beratungsstellen des Landkreises Nienburg will Erwachsenen und Jugendlichen aber auch Institutionen Unterstützung bieten. Landkreis Nienburg

Das Team der Beratungsstellen des Landkreises Nienburg will Erwachsenen und Jugendlichen aber auch Institutionen Unterstützung bieten. Landkreis Nienburg

Landkreis 12.04.2017 Von Die Harke

Flüchtlinge mit Eheproblemen

Fachdienst „Beratungsstellen“ des Landkreises steht vor neuen Herausforderungen

Zahlreiche Migrantinnen und Migranten, die als Flüchtlinge im Landkreis leben, haben Probleme in der Ehe und Trennungswünsche. „Zu uns kommen inzwischen immer öfter Frauen, die sich aufgrund unseres Rechtssystems darüber informieren möchten, welche Möglichkeiten sie haben, sich von ihrem Ehepartner zu trennen“, erläutert [DATENBANK=3868]Catherine Tannahill[/DATENBANK], Psychotherapeutin und Leiterin der Beratungsstellen des Landkreises. Aber auch familiäre Streitigkeiten oder Schulprobleme der Kinder würden in den Gesprächen regelmäßig eine Rolle. Das geht aus dem Jahresbericht 2016 des Fachdienstes hervor. Danach sind im abgelaufenen Kalenderjahr unter anderem mehr als 1000 Familien durch das achtköpfige Team beraten und begleitet worden. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Einer der Gründe dafür sei die Beratung von ausländischen Familien und Flüchtlingshelfern.

Die Beratungsstelle arbeite eng mit dem Fachdienst „Migration und Teilhabe“ zusammen, etwa wenn es um die Beteiligung von Sprachmittlern gehe oder die Kenntnis über kulturelle Gegebenheiten des Herkunftslandes der Flüchtlinge und deren Berücksichtigung.

Aber auch Flüchtlingshelfer nutzten das Beratungsangebot zunehmend. Sie hätten meist Fragen zum Umgang mit Reaktionen auf dramatische Lebensereignisse und die daraus resultierenden Verhaltensweisen der Betreuten. Manche von ihnen benötigten auch psychologische Unterstützung, wenn die ihnen Anvertrauten von Vertreibung, Flucht oder Todesfällen berichten würden.

„In den häufigsten Fällen aber wird unser Angebot von Eltern und Erziehenden genutzt, sobald die Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen Anlass zur Sorge bietet. Einzelberatungen aber auch Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern machen einen Großteil unserer Arbeit aus“, berichtet Catherine Tannahill.

Jugendamt ist zu einer Beratung verpflichtet

Andere Fragen umfassten Umgangsprobleme, aber auch Gewalt oder sexuelle Übergriffe. Auch Fachkräfte von Institutionen wie Kindertagesstätten und Schulen würden sich zu präventiven Fragestellungen durch den Landkreis beraten lassen. Und schließlich werde im Bereich der Psychodiagnostik und bei der Überprüfung der seelischen Gesundheit in Zusammenhang mit Teilleistungsstörungen wie Legasthenie, Dyskalkulie und Schulbegleitung beraten.

Per Gesetz ist das Jugendamt außerdem zu einer Beratung verpflichtet, sobald ein Trennungs- und Scheidungsverfahren ansteht oder die Lebensumstände der Ratsuchenden professionelle Hilfe erforderlich machen.

Personell neu aufgestockt durch die Sozialpädagogin Franziska Böse und die Psychologin Ina Bock, könne das Team der Beratungsstellen für all diese Fragenstellungen Termine innerhalb von maximal einem Monat vergeben. Damit biete der Landkreis nach eigenen Angaben im Vergleich zu anderen Kreisen eine schnelle und bürgernahe Unterstützung an.

Für einen sofortigen Termin hat der Fachdienst eine offene Sprechstunde in Nienburg in der Rühmkorffstraße 12, jeweils dienstags von 9 bis 11 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 17 Uhr. In den Außenstellen in Hoya und Stolzenau sowie den Familienzentren St. Michael in Nienburg und Hoya können unter (05021) 967676 und über bkje@kreis-ni.de Beratungen vereinbart werden.

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Erstellt:
12. April 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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