Flutkatastrophe: Andrang auf Wiederaufbau-Hilfen erwartet

Flutkatastrophe: Andrang auf Wiederaufbau-Hilfen erwartet

Mit Holzbrücken gelangen Anwohner in der zerstörten Altstadt von Bad Münstereifel in ihre Häuser. Die Flutkatastrophe Mitte Juli hat bislang Versicherungsschäden von rund sieben Milliarden Euro verursacht und damit mehr als bisher erwartet. Foto: Federico Gambarini/dpa

Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) geht von bis zu 100.000 Anträgen für Finanzhilfen aus dem privaten Bereich sowie etwa 11.000 Anträge von Unternehmen aus. Die Förderanträge könnten voraussichtlich ab dem 13. September gestellt werden, erklärte sie am Freitag in Düsseldorf. Zugleich bekräftigte Landesregierung aber auch, dass mit dem Wiederaufbau bereits begonnen werden könne.

Merkel kommt nach NRW

Ministerpräsident Armin Laschet gab bekannt, Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) wolle sich Anfang September erneut ein Bild von der Lage vor Ort machen. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin sagte, ist für den Sonntag der kommenden Woche (5.9.) ein Besuch der Kanzlerin in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Laschet (CDU) geplant. Am kommenden Freitag (3.9.) reise sie nach Rheinland-Pfalz. Dort ist ein Besuch des Ortsteils Altenburg der Gemeinde Altenahr gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vorgesehen.

Unwetter mit ungewöhnlich starken Regenfällen hatten Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eine Hochwasserkatastrophe ausgelöst. Ganze Landstriche wurden von den Wassermassen verwüstet, 183 Menschen starben. Die meisten Opfer gab es im Ahrtal. Bund und Länder haben einen gemeinsamen Aufbaufonds auf den Weg gebracht, der Hilfen von bis zu 30 Milliarden Euro zur Verfügung stellen soll.

Erfahrung in den ostdeutschen Bundesländern

Nach der Hochwasserkatastrophe profitiert Nordrhein-Westfalen nach Auffassung von Laschet von der Erfahrung in den ostdeutschen Bundesländern. „Vieles beim Wiederaufbau im Osten ist sehr gelungen und so wollen wir auch jetzt im Westen die Städte und Dörfer wieder aufbauen“, sagte er in der gemeinsamen Pressekonferenz mit der Bauministerin, in der der NRW-Landesbeauftragte für den Wiederaufbau vorgestellt wurde. Fritz Jaeckel habe bei der Bewältigung der Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 in Sachsen in zentraler leitender Position gewirkt.

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