Promotionsstudent Marvin Dumke (rechts) wird von den Mitarbeitern der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektionskrankheiten am Universitätsklinikum Minden unterstützt: Oberarzt Dr. Michele Sorleto, Ute Eichholzer und Doktorvater und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Professor Dr. Carsten Gartung. UNiklinikum Minden

Promotionsstudent Marvin Dumke (rechts) wird von den Mitarbeitern der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektionskrankheiten am Universitätsklinikum Minden unterstützt: Oberarzt Dr. Michele Sorleto, Ute Eichholzer und Doktorvater und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Professor Dr. Carsten Gartung. UNiklinikum Minden

Minden 20.09.2019 Von Die Harke

Förderpreis geht ans Universitätsklinikum Minden

Promotionsstudent erhält Preis für innovatives Projekt in der Gastroenterologie

Ein junger Wissenschaftler und Nachwuchsmediziner am Universitätsklinikum Minden will das Risiko der häufigsten Nebenwirkung der ERCP-Untersuchung drastisch senken. Dazu hat der Promotionsstudent Marvin Dumke nun zusammen mit seinem Betreuer Dottore Michele Sorleto und mit seinem Doktorvater Professor Dr. Carsten Gartung ein Forschungsprojekt auf die Beine gestellt. Das Projekt ist bereits vor dem Start von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie mit einem Förderpreis für junge Gastroenterologen ausgezeichnet worden. „Bei der ERCP-Untersuchung werden die Gallengänge und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse mittels eines Endoskops untersucht. Dabei können Gallensteine entfernt, Verengungen aufgedehnt und danach mittels Kunststoffprothesen überbrückt oder auch Gewebeproben entnommen werden, ohne dass eine große Operation notwendig ist. Die ERCP gilt als die Königsdisziplin der Gastroenterologen. Nach Vorspiegeln in den Dünndarm wird ein Kontrastmittel durch ein Endoskop direkt in die Gallengänge gespritzt. Durch eine Röntgenaufnahme werden diese dann sichtbar gemacht. Allerdings birgt die sonst sehr schonende Untersuchungs- und Behandlungsmethode ein Risiko.

Abhängig von verschiedenen Faktoren kommt es bei etwa jedem zehnten Patienten zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung. In der Regel handelt es sich dabei um eine leichte Form. In schweren Verläufen kann aber auch ein Aufenthalt auf einer Intensivstation zur Stabilisierung des Patienten nötig sein.

Bislang wird diese bekannte Nebenwirkung der Untersuchungsmethode durch die prophylaktische Gabe von entzündungshemmenden Mitteln bekämpft. Doch auch dadurch lässt sich die Entzündung nicht immer verhindern“, beschreibt die Klinik die Situation.

Einen weiteren prophylaktischen Ansatz hat Dumke in einer internationalen Studie gefunden. Darin wurde grundsätzlich gezeigt, dass die Gabe großer Mengen an Infusionslösung vor der Untersuchung die Häufigkeit der Nebenwirkung reduziert. „Es gibt aber noch keinerlei Leitlinien oder praktikable Durchführungsbestimmungen. Jede Klinik macht das, wie sie möchte – häufig aber eben gar nicht“, sagt Marvin Dumke, der zu der ersten Generation von Medizinstudenten in Minden zählt.

Aus diesem Grund hat er zusammen mit seinem Doktorvater und seinem Betreuer eine randomisierte, kontrollierte Doppelblind-Studie entwickelt. Dabei wird den Patientinnen und Patienten vor, während und nach der Behandlung eine auf das Körpergewicht abgestimmte Menge von Ringer-Laktat-Infusion gegeben.

„In der Ursprungsstudie wurde den Patienten über etwa zehn Stunden Flüssigkeit in großen Mengen verabreicht. Im Krankenhausalltag ist das aber oft nicht zu realisieren. Auch das ist sicherlich ein Grund, warum diese Form der Prophylaxe noch nicht häufig genutzt wird.

Wir sind der Meinung, dass eine deutliche Verkürzung der Dauer der Flüssigkeitsgabe auf etwa vier Stunden bei gleichzeitiger Reduzierung der Flüssigkeitsmenge ausreichend ist“, sagt der junge Wissenschaftler. Das zu beweisen, ist nun Inhalt der Studie. 600 Patienten sollen dafür aufgenommen werden.

Zum Artikel

Erstellt:
20. September 2019, 16:27 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.