Inventurspezialist Heiko Karstens stellte seine Erfassungsergebnisse für das Rehburger Revier Naturschutzförsterin Kerstin Geier, Claus Reimann, Forstamtsleiter Henning Schmidtke und Forstreferendar Nikolaus Roggendorf (von links) vor.Foto: Städing/Landesforsten

Inventurspezialist Heiko Karstens stellte seine Erfassungsergebnisse für das Rehburger Revier Naturschutzförsterin Kerstin Geier, Claus Reimann, Forstamtsleiter Henning Schmidtke und Forstreferendar Nikolaus Roggendorf (von links) vor. Foto: Städing/Landesforsten

Südkreis 05.07.2020 Von Die Harke

Förster machen Inventur

Waldbestände im Südkreis gut gepflegt / Mischwald forcieren

Die Bestandsaufnahme aller Landeswälder, die die Niedersächsischen Landesforsten alle zehn Jahre erheben, ist für die Revierförsterei Rehburg abgeschlossen. Heiko Karstens hat als Fachmann für Waldinventuren alle Waldbestände abgelaufen und bewertet. Er stellt Revierförster Claus Reimann ein gutes Zeugnis aus: „Der Wald ist einem guten Pflegezustand, besonders die Kiefern-Wälder bieten ein erfreuliches Bild.“

Von den 30 vorkommenden Baumarten dominieren Kiefern mit einem Anteil von 46 Prozent die zum Revier gehörigen Wälder zwischen Steyerberg und Bad Rehburg, die zu 90 Prozent auf Sandböden wachsen. Vor allem die Kiefern aus den Nachkriegsaufforstungen enthalten zunehmend nutzungsreife Bäume, so dass mit dem Holzeinschlag auch der Waldumbau forciert wird. Über ein Viertel des Revieres von rund 1.600 Hektar Größe soll in den kommenden zehn Jahren zu Mischwald weiterentwickelt werden. „Auf den ziemlich armen Sandböden werden unter dem aufgelichteten Schirm der Altkiefern vor allem Buchen und Douglasien nachgezogen“, so Reimann, der seit 1983 das Revier Rehburg leitet. „Zum Teil werden diese und andere Mischbaumarten gepflanzt, in weiten Bereichen kommt sogenannte Naturverjüngung, da samen sich die Bäume von selbst aus“.

Dass sich in Reimanns Revier viele Baum- und Straucharten sehr gut von selbst vermehren, liegt auch an der Jagdbegeisterung des Försters, wie Forstamtsleiter Henning Schmidtke vom zuständigen Forstamt Nienburg betont. „Diese Wälder entwickeln durch die langjährige zielgerichtete Bejagung eine überall spürbare Eigendynamik – sie wollen sich von selbst verjüngen. Das ist das, was wir uns wünschen.“

Bis Reimann diese anspruchsvolle Waldentwicklung weiter vorantreiben kann, konzentriert er sich erstmal auf andere Probleme. So verzeichnete er allein in seinem Revier trotz eines geringen Fichtenanteils von lediglich fünf Prozent in den vergangenen beiden Hitzesommern 11.000 Kubikmeter Schadholz. „Die Schäden an der Fichte gehen in diesem Jahr weiter und gleichzeitig beobachte ich durch Trockenheit und Hitze absterbende Kiefern, angefangen von Einzelbäumen bis hin zu Flächen von einem halben Hektar“, sorgt sich Reimann um die ihm anvertrauten Wälder.

Die Revierförsterei Rehburg ist 1.700 Hektar groß, davon sind 1.600 Hektar Wald. Zum Revier gehören neben dem Hauptrevier Rehburg mit 800 Hektar die Waldgebiete Bad Rehburg (115 Hektar), Münchehagen (125), der Leeser Forst (450) sowie die Steyerberger Wälder Thiergarten (18), Klampern (49), Bäkerei (79) und Rüssel (50).

Über ein Viertel der Wälder der Försterei Rehburg sind sogenannte „Alte Waldstandorte“, die in den letzten 200 Jahren oder länger Wald gewesen sind.

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Erstellt:
5. Juli 2020, 18:50 Uhr
Lesedauer:
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