Sebastian Stüben DH

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Guten Tag 17.04.2019 Von Sebastian Stüben

Folie ja, aber nicht mehrere Lagen

Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Nienburger Spargel“, Fritz Bormann, ist ein Verfechter des natürlich gewachsenen Spargels – ohne Heizung und ohne übermäßigen Einsatz von Hilfsmitteln. Er soll im sandigen Boden des Landkreises, durch die Frühlingssonne gewärmt, sein unverwechelbar nussiges Aroma entwickeln. Beim Spargelanstich in der Deula mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast kritisierte Bormann große Betriebe, die dem Wachstum mit Heizung und kilometerlangen Folienbahnen nachhelfen, damit sie bereits im Februar das Stangengemüse auf den Markt werfen können. „Grundsätzlich gegen Folie bin ich aber nicht. Ohne Folie geht es nicht – eine Lage ist okay. Manche Bauern übertreiben es aber und legen gleich mehrere Bahnen über ihre Spargelreihen“, sagt Bormann. Klaus Dohrmann vom Spargelhof Arkenberg in Liebenau sagt: „Ohne Folie ist Spargelanbau heute nicht mehr wirtschaftlich machbar.“ Die durchsichtige Tunnelfolie würde zunächst dafür sorgen, dass heimischer Spargel Anfang bis Mitte April auf den Markt kommen kann. „Sonst würde in den Supermarktregalen länger Spargel aus Griechenland oder Peru verkauft. Der hat eine schlechtere CO2-Bilanz als heimischer Spargel – selbst mit Folie.“

Später hilft die schwarz-weiße Folie dabei, die Temperatur in den Reihen zu regulieren und so ein gleichmäßiges Wachstum zu ermöglichen. „Außerdem hält die Folie Unkraut und Insekten ab. Sie sorgt dafür, dass wir kontinuierlich ernten können. Mit Mindestlohn für die Stecher von 9,19 Euro muss das so sein.“ Hendrik Wünderlich von der Raiffeisen Warengenossenschaft sagt: „Und die Folie wird recycelt, zunächst entsteht Granulat, daraus Müllsäcke.“

Über das Thema Spargel scheiden sich die Geister. Yevgeniya Shal / Fotolia

Über das Thema Spargel scheiden sich die Geister. Yevgeniya Shal / Fotolia

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Erstellt:
17. April 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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