19.05.2013

„Fracking grundsätzlich machbar“

MdB Axel Knoerig traf in Berlin mit Experten des Leipniz-Instituts zusammen

Berlin/Kirchdorf. Zu einem Fachgespräch über Fracking hat der hiesige Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig aus Kirchdorf am Mittwoch einen Experten des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik getroffen. In seinem Berliner Büro empfing Knoerig den Direktor der Forschungseinrichtung, Prof. Dr. Ugur Yaramanci. Prof. Yaramaci gab eine ausführliche Bewertung der drei jüngsten Studien zum Thema ab. Diese wurden im vergangenen Jahr vom Umweltbundesamt, von ExxonMobil und vom Nordrhein-westfälischen Umweltministerium in Auftrag gegeben.

Sein Fazit: Grundsätzlich sei Fracking eine machbare Technologie – unter der strikten Voraussetzung, dass alle Sicherheitsbestimmungen erfüllt werden und der Trinkwasserschutz höchste Priorität hat.

Hinsichtlich der Verpressung von Lagerstättenwasser erklärte der Wissenschaftler, dass diese in Bohrlöchern angewandte Technik unproblematisch sei, solange hier eine isolierende Deckschicht aus Ton oder ähnlichem bestehe. Das sei aber ohnehin Voraussetzung für solche technischen Verfahren.

Der Abgeordnete stellte insbesondere detaillierte Fragen zum Trinkwasserschutz. Hierzu erläuterte Prof. Yaramanci, dass bei den Planfeststellungsverfah-ren der zuständigen Landesbergbehörde dieselben Sicherheitskriterien wie beim Leibniz-Institut in Hannover gelten: „Die Schutzzonen um Trinkwassergebiete werden in den Gutachten drei- bis fünfmal so groß festgeschrieben wie in den übrigen Regionen. Faktisch besteht dort also ein Verbot für Probebohrungen und Fracking.“

In den Initiativen des Bundestages und Bundesrates zu Fracking wird die Aufbereitung des kontaminierten Lagerstättenwassers zur Pflicht gemacht. Vor diesem Hintergrund bat Knoerig den Experten zu prüfen, wie eine solche Aufbereitung des Lagerstättenwassers seitens der Industrie gemacht wird und ob dabei alle Schadstoffe herausgefiltert werden.

Das Gespräch fand im Rahmen eines von der Leibniz-Gemeinschaft vorgeschlagenen Austausches mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages statt. Die Leibniz-Gemeinschaft betreibt mit ihren 86 Instituten Grundlagenforschung in verschiedenen Wissenschaftszweigen. Ihre Studien und Expertise können auch als Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. DH

Zum Artikel

Erstellt:
19. Mai 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 52sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.