Arne Hildebrandt DH

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Fracking – reicht der Protest?

Gehör gefunden

Holger Nürge aus Leese geht der Kampf gegen das Frackingvorhaben von Exxon in seinem Dorf nicht weit genug. „Was tun eigentlich die anderen Gemeinden in der Samtgemeinde Mittelweser gegen das Fracking?”, wollte er Dienstagabend in der Sitzung des Rates der Samtgemeinde Mittelweser wissen.

„Ich vermisse deutliche, öffentliche Aktivität und Stellungnahmen des Samtgemeinderates im Bezug auf das Thema Fracking und ganz besonders vom Verwaltungschef Bernd Müller”, schrieb er diesem vor zwei Wochen. Was Nürge kritisiert. Auf sein Schreiben hat er bis gestern keine Antwort erhalten. Deshalb meldete er sich jetzt im Rat zur Wort. „Dieses wichtige Thema wird zu geringwertig behandelt”, meint Nürge. Welche Folgen allein die Ankündigung, dass in Leese Fracking vorgesehen ist, hat, schilderte mit einem Beispiel: „Eine Familie wollte nach Leese ziehen, jetzt zieht sie nach Nordrheinwestfalen.” Bernd Müllers Erklärung in der Sitzung, alle Mitgliedsgemeinden hätten die Resolution gegen Fracking unterschrieben, reichte Nürge nicht. Da half auch nicht der Hinweis des Estorfer SPD-Ratsherrn Helmut List, in den Gemeinden würden noch Unterschriften gesammelt gegen Fracking. „Das Grundwasser kennt keine Grenzen”, erklärte Nürge und fordert alle auf: „Werdet aktiv. Fracking ist ein Problem für die ganze Region.” Müller ist sicher: Gerade der massive Protest aus Leese habe in der Landesregierung Gehör gefunden. „Ich hoffe, dass Fracking bald kein Thema mehr ist. Ansonsten werden wir alles dagegen tun, dass hier nicht gefrackt wird”, sagte er. Das ist doch ein Wort. Arne Hildebrandt

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Erstellt:
26. April 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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