Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat das KfW-Förderprogramm mit auf den Weg gebracht. Die begleitende Wanderausstellung kommt jetzt nach Steyerberg und Liebenau.  Bundesumweltministerium

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat das KfW-Förderprogramm mit auf den Weg gebracht. Die begleitende Wanderausstellung kommt jetzt nach Steyerberg und Liebenau. Bundesumweltministerium

Steyerberg 09.11.2016 Von Die Harke

Fragebogen an alle Hauseigentümer

Was hat es mit der energetischen Stadtsanierung in Steyerberg auf sich? Ausstellung im Amtshof informiert

Was ist die energetische Stadtsanierung, die der Flecken in Angriff nehmen will und was bedeutet sie für Steyerberg? Und was hat es mit dem sogenannten Quartierskonzept auf sich, das in diesem Zusammenhang erstellt wird? Diese und andere Fragen beantwortet eine Ausstellung, die von heute an bis 18. November im Amtshof und im Anschluss im Liebenauer Rathaus (21. November bis 4. Dezember) zu sehen sein wird. Die Wanderausstellung „Energetische Stadtsanierung“ präsentiert Erfahrungen, Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele zur Umsetzung des sogenannten KfW-Programms 432, das in diesem Jahr gestartet ist. Mit diesem wird das „Quartier Ortsteil Steyerberg“ als erster Ortsteil des Fleckens für die energetische Sanierung als ein Handlungsschwerpunkt definiert. „Energieeinsparung, Energieeffizienz und der Ausbau der erneuerbaren Energien werden dabei quartiersbezogen und ganzheitlich betrachtet, um die Erfahrungen dann auf die übrigen Ortsteile umsetzen zu können“, teilt Masterplan-Managerin Sabine Schröder mit.

Die Ausstellung richtet sich an Privatpersonen, Bauherren, Planer, zukünftige Hauseigentümer und interessierte Bürger. Auf 19 Informationstafeln werden Themen wie „Sanierungsmanagement“, „Finanzierung“ oder „Aktivierung privater Eigentümer“ betrachtet.

„Im Flecken Steyerberg müssen die derzeitigen Treibhausgasemissionen massiv reduziert werden.“

Ziel aller Bemühungen um den Klimaschutz ist die deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen: „Soll der globale Temperaturanstieg bis 2050 auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden, müssen auch im Flecken Steyerberg die derzeitigen Treibhausgasemissionen massiv reduziert werden. Im Masterplanverfahren hat die Kommune festgelegt, die Treibhausgasemissionen um 95 Prozent zu reduzieren.“

Steyerbergs Weg in Richtung Klimawende ist im Leitbild „klimastark auf allen Wegen“ festgelegt.

Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse

Der Liniennetzplan des Klimaschutzkonzepts, der für alle Klimaschutzaktionen des Fleckens gilt, umfasst neben einer Stromwende, eine Wärmewende, eine Verkehrswende und eine Rohstoffwende. Sie bedeutet einen Weg von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle hin zu Erneuerbaren Energien aus Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse.

Noch entfalle ein großer Teil, durchschnittlich 40 Prozent, des Endenergieverbrauchs auf den Gebäudebereich. Aus diesem komme demzufolge etwa ein Drittel der Treibhausgasemissionen. „Allein diese beiden Zahlen belegen das Einsparpotential an Energie, das der Gebäudesektor hat“, schreibt Schröder. Verbraucht werde dort der größte Anteil an Energie fürs Heizen: Zum einen für das Beheizen von Wohn- und Arbeitsräumen (Wärmebereitstellung), zum anderen für das Beheizen des Brauchwassers zum Waschen, Duschen, Baden und Kochen. 2012 seien 70,3 Prozent der gesamten Haushaltsenergie dafür eingesetzt worden.

Heizungstechnik oft veraltet und Gebäude schlecht gedämmt

Das große Einsparpotenzial im Gebäudesektor resultiere nicht nur aus dem hohen Energie-Verbrauch. Auch die Heizungstechnik sei oft veraltet und die Gebäude seien schlecht gedämmt. Heizungsanlagen seien im Schnitt älter als 17 Jahre und mehr als 20 Prozent seien vor 1990 eingebaut worden. 66 Prozent der Wohngebäude hierzulande stammten aus Baujahren, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1979 liegen.

„Um diese Zahlen genau auf den Flecken Steyerberg bezogen haben zu können, wird demnächst an alle Eigentümer im Ortsteil Steyerberg und dann nach und nach auch an alle Eigentümer in den übrigen Ortsteilen ein Fragebogen versandt, in dem zum Beispiel nach Baujahr des Gebäudes und der Heizung, aber auch nach dem verwendeten Brennstoff gefragt wird“, beschreibt Schröder das weitere Verfahren. „Die Auswertungen mit allen Zahlen für den Ortsteil Steyerberg und später für die übrigen Ortsteile werden dann im jährlichen Klimabericht veröffentlicht.“

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Erstellt:
9. November 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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