Zwei Frauen und zwei Männer hatten im Oktober 2017 Kosmetikartikel im Wert von 845 Euro gestohlen. Paul Hill/Fotolia

Zwei Frauen und zwei Männer hatten im Oktober 2017 Kosmetikartikel im Wert von 845 Euro gestohlen. Paul Hill/Fotolia

Hoya 22.06.2019 Von Andreas Wetzel

Frauen verurteilt, Männer nicht

Geldstrafen für Diebstahl von Kosmetikartikeln

Vier Angeklagte, zwei Männer (30/33) aus Hamburg und Dörverden und zwei Frauen (26/32) ebenfalls aus Hamburg und Dörverden, mussten sich vor dem Schöffengericht Nienburg verantworten, weil sie im Oktober 2017 aus einem Supermarkt in Hoya Kosmetikartikel im Wert von 845 Euro gestohlen haben sollen. Beim Verlassen des Marktes wurden sie vom Marktleiter und einem Mitarbeiter gestellt. Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung. Polizisten beruhigten die Lage schließlich. Das Verfahren gegen die Männer wegen Verdachts des räuberischen Diebstahls endete mit einem Freispruch; die Frauen wurden zu 100 und 50 Tagessätzen zu je zehn Euro wegen gemeinschaftlichen Ladendiebstahls verurteilt.

Der Marktleiter hatte über die Kameraüberwachung beobachten können, wie sich die vier Personen im Markt besprachen und die Männer schließlich den Markt verließen. Während die Frauen die besagten Kosmetikartikel in mehrere Behältnisse (Rucksack, Trolley und Umhängetasche) verstauten, warteten die Männer auf dem Parkplatz.

Der Marktleiter rief einem Mitarbeiter zu und zeigte ihm die Aufnahme. Der Angestellte verließ daraufhin das Büro und ging zum Kassenbereich. Der Marktleiter folgte ihm später.

Als die Frauen mit dem Diebesgut den Markt verlassen wollten, verfolgten die Marktangestellten die Frauen, um sie zu stellen. Der Angestellte lief hinter einer Frau her und hielt sie am Trageriemen des Rucksacks fest, während der Marktleiter die zweite Frau am Griff der Umhängetasche versuchte aufzuhalten.

Als die Männer, die auf dem Parkplatz warteten, die Situation erkannten, rannten sie auf die Frauen zu. Dabei sollen die Männer den Angestellten bedroht haben. Die Supermarktmitarbeiter ließen die Frauen daraufhin los. „Wir wollten nicht geschlagen werden“, sagte der Marktleiter im Zeugenstand aus. Die vier Personen wollten flüchten, liefen aber der Polizei in die Arme.

Die Frauen gaben in der Gerichtsverhandlung über ihre Anwälte den Diebstahl zu, während die Männer sagten, dass sie den Frauen nur zur Hilfe eilen wollten, zumal eine der Frauen zum Tatzeitpunkt hochschwanger war.

Das Schöffengericht sprach die Männer frei, da letztlich nicht einmal zweifelsfrei geklärt werden konnte, ob die Angestellten überhaupt bedroht wurden.

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Erstellt:
22. Juni 2019, 10:34 Uhr
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