Vor 100 Jahren wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt. Anlässlich dieses Jubiläums ist nun ein Arbeitskreis geplant. Adobe Stock/ Gina Sanders

Vor 100 Jahren wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt. Anlässlich dieses Jubiläums ist nun ein Arbeitskreis geplant. Adobe Stock/ Gina Sanders

südkreis/landkreis 28.01.2018 Von Die Harke

Frauenrechte weiter in den Fokus rücken

Versammlung zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ am Donnerstag, 1. Februar, um 18 Uhr im Alten Bahnhof Stolzenau

Frauen aus Landkreis und Stadt treffen sich am 1. Februar um 18 Uhr im Alten Bahnhof in Stolzenau, um Ideen auszutauschen. Anlass des Treffens ist das Jubiläumsjahr 2018, in dem das Frauenwahlrecht in Deutschland 100 Jahre alt wird. Gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises und der Stadt soll nun anlässlich des Jubiläumsjahres ein Arbeitskreis entstehen, der sich frauenpolitisch engagiert, Ideen erarbeitet und Aktionen plant. Dazu schreiben die Organisatoren: „Seit 1918 hat sich viel getan: Deutschland wird seit 2005 von einer Frau regiert, seit November 2016 gilt im Sexualstrafrecht der Passus ‚Nein heißt Nein‘ und Mädchen und junge Frauen sind im Bereich Bildung den Jungen und jungen Männern sogar einen Sprung voraus. Das klingt fast so, als würde es nichts mehr zu tun geben.Frauen haben doch alles erreicht, was zu erreichen ist. Doch es lohnt sich der Blick auf die Zahlen: Frauen machen 51 Prozent der deutschen Bevölkerung aus, stellen bundesweit aber nur neun Prozent der Bürgermeisterinnen.

Obwohl 48 Prozent der Studierenden in Deutschland weiblich sind, sind lediglich elf Prozent der Professorinnen weiblich. Etwa 85 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen und stehen vor der schwierigen Aufgabe, Erziehungs- und Erwerbsarbeit so unter einen Hut zu bringen, dass am Schluss eine ausreichende Rente dabei herauskommt. Auch wirtschaftlich stehen Frauen insgesamt schlechter da. Sie erhalten etwa 21 Prozent weniger Gehalt als Männer, unterbrechen ihre beruflichen Karrieren aufgrund von Kindererziehung und Pflege von Angehörigen oft für mehrere Jahre und arbeiten häufig in Teilzeit. Die Vorstände der 200 größten deutschen Unternehmen sind lediglich zu 18 Prozent durch Frauen besetzt.

Noch bedrückender sind die Zahlen, wenn es um Gewalt geht: Etwa 40 Prozent der Frauen in Deutschland haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt und etwa 25 Prozent haben Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt (häusliche Gewalt). In mehr als acht von zehn Fällen häuslicher Gewalt sind Frauen die Opfer.“

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Petra Bauer,[/DATENBANK] Gleichstellungsbeauftragte des Landkreise Nienburg, und Sarah Peters, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nienburg, haben eine Initiative zur Gründung eines Arbeitskreises angestoßen, der sich explizit frauen- und gleichstellungspolitischen Themen widmen soll. Als Forum zum Austausch und Möglichkeit zum Netzwerken unabhängig von parteilicher Zugehörigkeit, Weltanschaung, Behinderung oder Alter.

Hier sollen aktuelle frauen- und gleichstellungsrelevante Themen besprochen, Ideen ausgetauscht und weiterentwickelt werden. Das kann von konkreten Aktionen bis hin zu politischen Forderungen alles sein, was frauen- und gleichstellungspolitisch von Bedeutung ist. Nachdem im vergangenen Jahr bereits eine erste Veranstaltung stattgefunden hat, soll diese zweite Veranstaltung nun allen Frauen offen stehen, die interessiert sind, sich frauen- und gleichstellungspolitisch zu engagieren.

In dieser zweiten Veranstaltung sollen Ideen konkretisiert werden. Dazu wird der Abend selbst offen gestaltet sein. Petra Bauer und [DATENBANK=2886]Sarah Peters[/DATENBANK] werden lediglich knapp über die Möglichkeiten und Grenzen referieren, die ein Arbeitskreis mit sich bringt. Daran anschließend soll der Austausch beginnen.

Die Veranstaltung „Frauen für Nienburg“ findet am Donnertag, 1. Februar, ab 18 Uhr im Alten Bahnhof in Stolzenau statt und ist für jede Frau nach Anmeldung kostenfrei.

Anmeldungen und Fragen werden per E-Mail unter gleichstellungsbeauftragte@kreis-ni.de oder s.peters@nienburg.de oder per Telefon unter (05 0 21) 96 75 81 oder (05 0 21) 87 36 1 entgegengenommen.

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Erstellt:
28. Januar 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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