GEDOK-Vorsitzende Heralde Schmitt-Ulms.

GEDOK-Vorsitzende Heralde Schmitt-Ulms.

02.08.2015

Frei von Berührungsängsten

GEDOK-Vorsitzende Schmitt-Ulms hat Ausstellung „Befreiung“ initiiert

Nienburg. Um eine Auseinandersetzung mit Mensch, Gesellschaft und Natur geht es der Künstlerin Heralde Schmitt-Ulms, der Initiatorin der Ausstellung „Befreiung“, die der Arbeitskreis Gedenken vom 14. August bis 7. September im Rathaus präsentiert. In Wernigerode geboren und in Osterwieck – ebenfalls im Harz – aufgewachsen, hat Heralde Schmitt-Ulms zugleich enge familiäre Bindungen nach Nienburg: seit 1963 ist sie mit einem Nienburger verheiratet. In der Hinwendung zur Kunst folgte sie schon früh ihrem Vater Philipp Schmidt, der als freischaffender Künstler in Braunschweig lebte.

Nach dem Studium der Textilkunst in Braunschweig studierte sie an der Universität Freiburg und war dann einige Jahre im Fach Gestaltung in der Erwachsenenbildung tätig. Seit 1979 widmet sie sich wie ihr Vater als freischaffende Malerin ganz der Kunst.

Mit Gemälden, Installationen, Objekten, aber auch Fotos und Assemblagen ist Heralde Schmitt-Ulms in vielen Ausstellungen im europäischen In- und Ausland hervorgetreten. Auch in den USA, in Kolumbien und Chile fanden ihre Arbeiten Beachtung durch das kunstinteressierte Publikum. Die Beschäftigung mit einem Thema ist für die Malerin und Objektkünstlerin stets ein Prozess der Entdeckung.

Ausgehend von einem Ort, von einem Material oder einer bestimmten Sachlage geht sie den Motiven für individuelles und gesellschaftliches Handeln nach. Dabei ist sie frei von Berührungsängsten mit den verschiedensten Stilformen. Häufig prägen Kombinationen traditioneller und moderner künstlerischer Ansätze ihre Herangehensweise. Dies zeigt sich auch in ihrem Beitrag zu der Ausstellung „Befreiung“, die sie als Vorsitzende des niedersächsischen Kunstnetzwerkes GEDOK initiiert hat.

In dem Werk „Acrylbild“ baut sie ein Konstrukt aus stilisierten menschlichen Gestalten, Objekten und Bestandteilen der Natur auf. Durch die willkürliche Mischung entsteht eine eigene artifizielle Welt, die den Betrachter zur Interpretation der Körperhaltungen, Zuordnungen und Situationen auffordert. Sie will Nachdenken provozieren und Erinnern aktivieren. „Es ist eine Verpflichtung für jeden Menschen“, ist Heralde Schmitt-Ulms überzeugt, „mit allen Fasern seines Denkens an der weltweiten ewigen Erinnerung teilzunehmen.“ Bei dem Thema Befreiung steht für sie der Kampf gegen verübte und künftige Grausamkeiten und gegen Vernichtung im Vordergrund. „Das muss für immer verhindert werden“, fordert die Künstlerin.

Im April 2011 erhielt Heralde Schmitt-Ulms für ihre Verdienste um die Kunstförderung und um die Vernetzung künstlerischer Aktivitäten, von der gerade junge Frauen in der Kunst profitieren, das Bundesverdienstkreuz am Band. Bei der Eröffnung der Ausstellung im Nienburger Rathaus (14. August, 17 Uhr) wird sie in den eindrucksvollen Querschnitt des Schaffens niedersächsischer Künstlerinnen einführen.

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Erstellt:
2. August 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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