Matthias Brosch DH

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Kolumnen 06.08.2017 Von Matthias Brosch

Friedlich gegen Neonazis

Mit einer friedlichen Straßenparty hat das Bürgerbündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ vorgestern seinen erfolgreichen Widerstand gegen Neonazis gefeiert.

Eine Kundgebung mit etwa 120 Teilnehmenden sei ruhig, störungsfrei und ohne besondere Vorkommnisse verlaufen, bilanzierte Polizeieinsatzleiter Michael Panitz gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) und fügte hinzu: „Der über zehn Jahre dauernde bürgerliche Widerstand gegen die rechte Szene hat sich bezahlt gemacht, in unserer Kurstadt ist wieder Ruhe eingekehrt.“ Rechtsextreme hatten von 2006 bis 2015 jedes Jahr einen „Trauermarsch“ zum Bad Nenndorfer 25537 westlich von Hannover veranstaltet. Dort befand sich von 1945 bis 1947 ein britisches Verhörzentrum und Militärgefängnis für Nationalsozialisten.

Zunächst gab es für die Märsche großen Zulauf: 2010 kamen mehr als 900 Neonazis. 2015 waren es nur noch rund 180. Im vergangenen Jahr hatten die Rechtsextremisten ihre Veranstaltung erstmals nach zehn Jahren ohne Angabe von Gründen abgesagt.

Friedlich „Nazis aus dem Takt bringen“ – dazu besteht am nächsten Sonnabend, 12. August, mit dem Open-Air-Festival „Weserbeatz“ in Nienburg ebenfalls die Möglichkeit. Am Bürgermeister-Stahn-Wall treten 13 Bands, ein Kabarettist und ein Straßenkünstler von 10 bis 23 Uhr auf. Gleichzeitig werden Stände der Zivilgesellschaft aufgebaut sein. Der Eintritt ist frei.

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Erstellt:
6. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 36sec

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