Chefarzt Dr. Christian Heer kennt die Folgen von Herzschwäche. Foto: Christian Wyrwa

Chefarzt Dr. Christian Heer kennt die Folgen von Herzschwäche. Foto: Christian Wyrwa

Nienburg 06.11.2020 Von Die Harke

Frühzeitiges Handeln ein Muss

Herzwochen im Nienburger Krankenhaus

Herzschwäche oder Herzinsuffizienz ist in Deutschland nach einer Geburt der häufigste Grund für einen Aufenthalt im Krankenhaus. Während der Herzwochen im November macht Kardiologe und Chefarzt Dr. Christian Heer auf die Folgen aufmerksam, heißt es in einer Pressemitteilung des Nienburger Krankenhauses.

Die Herzschwäche lasse sich in zwei Formen unterscheiden. Bei der systolischen Herzschwäche fehlt dem Herzen die Kraft, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Bei der diastolischen Herzschwäche fehlt dem Herzen die Elastizität, um genügend Blut aufzunehmen und wieder in den Kreislauf zu pumpen. „Unter dieser Schwäche leiden mehr Frauen als Männer“, sagt Dr. Christian Heer, Chefarzt der für Innere Medizin und Kardiologie an den Helios-Kliniken Mittelweser.

Deutliche Warnzeichen für die Herzschwäche seien laut Heer Atemnot, Abnahme der Leistungsfähigkeit mit Luftnot etwa beim Treppensteigen oder Schwellungen und Flüssigkeitsanlagerungen an den Knöcheln und Unterschenkeln. „Diese Symptome sollten unbedingt vom Hausarzt oder Kardiologen abgeklärt werden“, sagt er. Auch ständig kalte Finger oder Zehen, nächtlicher Harndrang und schnelles Herzklopfen könnten Hinweise sein.

Herzinsuffizienz sei häufig eine Folgeerkrankung. Bluthochdruck und Diabetes zählten zu den häufigsten Gründen, entzündliche Herzkrankheiten können der Herzschwäche ebenfalls Vorschub leisten. „Wir sehen die Symptome aber auch als Folgen von Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch“, erläutert Heer.

Doch es gebe auch Möglichkeiten, der Herzschwäche vorzubeugen. „Vorerkrankungen müssen richtig behandelt werden, der Blutdruck richtig eingestellt. Dazu kommen die Klassiker: regelmäßige Bewegung gegen Übergewicht und um Stress zu reduzieren. Gesunde Ernährung, um das verringerte Gewicht zu halten. Auf das Rauchen sollte komplett verzichtet werden, Alkohol nur in Maßen genossen werden“, erläutert der Chefarzt.

Damit die Herzschwäche richtig behandelt werden kann, sei es auch in der jetzigen Zeit wichtig, die Symptome beim Arzt abklären zu lassen, so Heer. „Wir haben leider im Frühling vermehrt Patienten gehabt, die mit Problemen nicht zum Arzt gegangen sind. Das kann nachher zu irreparablen Schäden führen. Scheuen Sie sich also bitte nicht, Ihren Arzt aufzusuchen.“

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Erstellt:
6. November 2020, 09:30 Uhr
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