Die „Alte Scheune“ in Moormerland. Foto: dpa

Die „Alte Scheune“ in Moormerland. Foto: dpa

Nienburg 14.09.2020 Von Holger Lachnit

Führte Ignoranz zu zwei Toten?

Guten Tag – ein Kommentar

Der Fall machte Mitte Mai bundesweit Schlagzeilen: Das Restaurant „Alte Scheune“ in der Gemeinde Moormerland im Kreis Leer lädt zur großen Eröffnungsparty. Rund 50 Gäste kommen, am Ende sind mehr als 30 Personen mit dem Coronavirus infiziert und mehr als 200 müssen in Quarantäne.

Zwei der Gäste sterben später. Erst ermittelte nur der Landkreis Leer, ob zu viele Gäste da waren und möglicherweise der Mindestabstand nicht eingehalten werden konnte.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Aurich gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in zwei Fällen – darüber berichtet zuerst die „Ostfriesen Zeitung“. Dabei steht nicht unbedingt der in die Kritik geratene Wirt im Mittelpunkt, sondern die Frage: Haben möglicherweise Gäste erste Symptome ignoriert und sind dennoch zur Feier gekommen. Und sind so möglicherweise für den Tod von zwei Menschen verantwortlich.

Der Landkreis Leer hatte den Verdacht, dass zwei der Gäste möglicherweise trotz häuslicher Quarantäne im Restaurant mitgefeiert haben. Die Ermittlungen des Ordnungsamtes seien weitestgehend abgeschlossen, sagte ein Landkreis-Sprecher „NDR Niedersachsen“.

Der Fall zeigt, welch schwerwiegende Folgen es haben kann, wenn man mögliche Corona-Anzeichen ignoriert und sich in der Öffentlichkeit bewegt.

Von daher kann nur erneut der Appell ausgesprochen werden, alle Abstands- und Hygienemaßnahmen einzuhalten und beim geringsten Verdacht, sich mit Covid-19 angesteckt zu haben, freiwillig zuhause zu bleiben und umgehend einen Arzt zu informieren.

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Erstellt:
14. September 2020, 06:33 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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