Fünf Frauen
Nienburg 09.02.2020 Von Edda Hagebölling

Fünf Frauen

Guten Tag

Ist Politik etwa doch Männersache? Rund 200 Interessierte waren am Donnerstagabend in die Heemser Grundschule gekommen, um die Diskussion mit Hörgerätehersteller und Hannover 96-Boss Martin Kind, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, Ex-Smurfit- Kappa-Chef Armin Buschmann, MdB Marja-Liisa Völlers, MdL Frank Schmädeke und Samtgemeindebürgermeisterin Bianca Wöhlke zu verfolgen.

Frauen waren an diesem Abend so gut wie gar nicht auszumachen. Maximal fünf. Und das ist schon gut gerechnet.

Lag es am Thema? Interessieren sich Frauen nicht für Wirtschaft und Sport? Ist tatsächlich Soziales und Familie eher ihre Domäne? Oder liegt es einfach daran, dass Frauen im Moment besonders schlecht auf „die Politiker“ zu sprechen sind?

Was von den einen als Husarenstück bezeichnet wurde, empfinden andere schlicht als Schmierentheater. Von dem, was in dieser Woche in Erfurt passiert ist, wird sich die Politik lange Zeit nicht wieder erholen. Hinzu kommt, dass man in Deutschland auf dem besten Weg ist, den ohnehin schon großen Bundestag weiter auszubauen. Mit Verlaub: Wirklich ernst nehmen kann man das alles nicht mehr, oder?

Richtig ernst war es jedoch den Frauen und Männern, die – ebenfalls noch ganz unter dem Skandal von Thüringen stehend – vor der Heemser Schule auf CDU-Wirtschaftsminister Althusmann warteten. Einigermaßen beruhigt waren sie von dessen klarem Bekenntnis gegen Rechts. Auch für ihn war die Wahl des FDP-Kandidaten Kemmerich absolut inakzeptabel.

Ob sich die CDU aber nicht doch nach links öffnen müsse, wenn sie die Stabilität Deutschlands auf Dauer sicherstellen wolle, verneinte Althusmann ebenso entschieden und verwies dabei auf den aktuellen Verfassungsschutzbericht. Vielmehr sei es Aufgabe der bürgerlichen Parteien, Deutschland stabil zu halten. Und schloss bei „bürgerlich“ ausdrücklich die Grünen mit ein.

Doch auch Martin Kind hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Die Politik habe längst ein Eigenleben entwickelt und sei viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, so sein wenig schmeichelhaftes Urteil.

Erfreuliches ist dagegen in Nienburg passiert.

Für kleines Geld wurden alle sechs Ortstafeln an den Eingängen zur Stadt mit neuen Motiven ausgestattet. Vergessen sind die Zeiten, in denen man sich fremdschämen musste. Wie alt die Vorgängermodelle waren, wusste in Nienburgs Rathaus niemand mehr so genau. In jedem Fall stammten sie aus dem vorigen Jahrtausend, so die Einschätzung der Verwaltung.

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Erstellt:
9. Februar 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
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