Fünf für immer!
Nienburg 08.06.2020 Von Philipp Keßler

Fünf für immer!

Guten Tag

Maske tragen, Abstand halten, in den Ellbogen niesen, regelmäßig die Hände waschen – das sind allesamt Coronaregeln, die die meisten von uns nahezu verinnerlicht haben. Eine weitere Coronaregel habe ich bereits ebenso absorbiert: Fünf Wechsel.

Seit dem Restart der 1. und 2. Fußball-Bundesliga dürfen anstelle der drei üblichen Wechsel nun fünf durchgeführt werden. Das International Football Association Board und der Weltverband FIFA hatten den Weg für eine Regeländerung in der Coronakrise frei gemacht. Ausgetauscht werden darf während des Spiels zu drei Zeitpunkten und in der Halbzeitpause.

Die Klubs haben von dieser Regeländerung bereits weitläufig Gebrauch gemacht. Am 29. Spieltag haben von den 18 Bundesligisten lediglich zwei nicht mehr als dreimal gewechselt: Der VfL Wolfsburg beim 1:2 gegen Frankfurt und RB Leipzig beim 4:2-Sieg in Köln.

Am häufigsten wird in der letzten Viertelstunde einer Begegnung getauscht – keine Überraschung: So verhielt es sich auch mit der Dreier-Regel vor Coronazeiten. Dabei stecken in der neuen Regel viel mehr Möglichkeiten, gerade im taktischen Bereich.

Ich spinne etwas herum: Warum nicht mit drei Stürmern beginnen und auf frühe Tore spekulieren? Die Torjäger geben eine halbe Stunde alles und könnten nach 30 Minuten durch zwei defensivere Spieler ausgetauscht werden. Trainer wären mehr denn je gefordert. Die Breite des Kaders würde umso mehr in den Vordergrund rücken.

Vereine mit einer Top-Startelf, aber mit weniger Potenzial auf der Bank, würden sich schnell umsehen müssen. Zudem steigen die Chancen von jungen Talenten auf Einsatzzeiten. Viel zu oft sind in der Historie aussichtsreiche Nachwuchskicker auf der Bank „versauert“ und anschließend in der Versenkung verschwunden.

Auch auf Verletzungen kann mit diesem Wechselkontingent besser reagiert werden, angeschlagene Akteure könnten aus Vorsorge viel eher aus dem Spiel genommen werden. Zwar leidet bei jedem Tausch auch immer ein wenig der Spielfluss, aber daran lässt sich mit Sicherheit feilen.

Noch ist die Regeländerung neu, doch sie darf meiner Meinung nach gern beibehalten werden. Sie verspricht jede Menge Spannung.

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Erstellt:
8. Juni 2020, 04:31 Uhr
Lesedauer:
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