Natalie Leichnitz ist die neue Försterin für die Forstgenossenschaften im östlichen Landkreis Nienburg. Foto: Landesforsten/Rainer Städing

Natalie Leichnitz ist die neue Försterin für die Forstgenossenschaften im östlichen Landkreis Nienburg. Foto: Landesforsten/Rainer Städing

Nienburg 04.01.2021 Von Die Harke

Für 1.600 Hektar Wald zuständig

Natalie Leichnitz übernimmt Leitung der Revierförsterei Nienburg von Gerd Otten

Die Forstgenossenschaften im Osten des Landkreises Nienburg haben eine neue Ansprechpartnerin für die Bewirtschaftung ihrer Wälder. Natalie Leichnitz hat seit Dezember die Revierförsterei Nienburg von ihrem Vorgänger Gerd Otten übernommen. Die 28-Jährige ist frischgebackene Försterin bei den Niedersächsischen Landesforsten und tritt nach einem halbjährigen Hilfseinsatz in den Waldschadensgebieten des Harzes nun ihre erste Stelle an.

„Ich freue mich sehr, dass ich nun nach der langen Studien- und Vorbereitungszeit Verantwortung übernehmen kann und das gleich mit einem eigenen Revier“, erklärt Natalie Leichnitz. Sie sei nun dort angekommen, wo sie tätig sein wolle. Nach einem forstlichen Masterstudium an der Universität Göttingen hat sie sich gegen die Wissenschaft oder das forstliche Management und für die praktische Tätigkeit in einem Waldrevier entschieden.

Beraterin für 34 Forstgenossenschaften

Nun wird sie fachliche Beraterin und Organisatorin für 34 Forstgenossenschaften im Landkreis Nienburg. „Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen und hatte bereits meine ersten Kontakte mit den Vorständen der Waldbesitzer. Coronabedingt waren wir in kleiner Zahl draußen im Wald“, schildert Leichnitz ihre Motivation und Aufgabe: „Gerade in diesen Zeiten ist eine forstliche Beratung für die Waldbesitzer wichtig, denn es geht um die Vermeidung von Waldschäden durch Trockenheit und Borkenkäfer, Dort wo die Wälder klimastabiler gemacht werden sollen, ist die Frage der künftigen Baumartenwahl sehr wichtig. Aber auch die Organisation von Pflanzarbeiten, Holzeinschlag und der Umgang mit der umfangreichen Bürokratie für die forstliche Förderung gehören von nun an zu meinem Alltag.“

Leichnitz stammt aus Borstel bei Neustadt am Rübenberge. Mit dem Geruch von frisch aufgesägtem Holz aus dem benachbarten Sägewerk ist sie aufgewachsen. „Ich bin sehr naturverbunden und war bei den Pfadfindern aktiv, das hat mich sicher in der Berufswahl beeinflusst.“

Ein Praktikum im benachbarten Revier Mariensee gab den Ausschlag, und so ging es nach Göttingen zum Studium der Forstwissenschaften und für das notwendige Praktikum nach Clausthal-Zellerfeld in den Harz. Für ihre Masterarbeit arbeitete sie im Labor des Institutes für Holzbiologie. Nach dem Studium entschied sie sich für die praktische Tätigkeit im Revier und gegen eine wissenschaftliche oder andere Tätigkeit, weiter weg vom Wald. Zum Vorbereitungsdienst ging Leichnitz in die Harburger Berge vor den Toren Hamburgs, bevor sie nach der Revierförsterprüfung noch ein halbes Jahr im Harz bei der Borkenkäferbekämpfung verbrachte.

1.600 Hektar Waldfläche von Lichtenhorst bis Grinderwald

Das Betreuungsrevier Nienburg gehört zum gleichnamigen Forstamt Nienburg. Die 34 betreuten Waldbesitzungen mit zusammen rund 1.600 Hektar Waldfläche erstrecken sich von Lichtenhorst und Rohrsen im Norden bis nach Hagen und an den Grinderwald im Süden. Von Rodewald im Osten erstreckt sich das Revier bis nach Liebenau im Westen.

Die betreuten Forstgenossenschaften sind als Realverbände aus der Realteilung der früher gemeinschaftlich bewirtschafteten Waldflächen der einzelnen Orte hervorgegangen. Weiter gehören zum Revier drei kommunale Waldbesitzer – der Flecken Liebenau, die Stadt Nienburg und der Landkreis Nienburg – sowie die Harzwasserwerke mit ihrem Wald bei Liebenau. Der kleinste zu betreuende Waldbesitzer ist die Forstgenossenschaft Linsburg mit 4,3 Hektar Waldfläche. Die beiden größten Waldbesitzer sind die Genossenschaften Rodewald mit rund 240 Hektar und Steimbke mit rund 200 Hektar Waldfläche. Oft teilt sich der Waldbesitz noch in kleinste Waldparzellen inmitten der offenen Landschaft auf, teilen die Landesforsten abschließend mit.

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Erstellt:
4. Januar 2021, 17:00 Uhr
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