Borstel 19.11.2018 Von Die Harke

„Für Anwohner besteht keine Gefahr“

ExxonMobil reagiert auf Bürgerinitiative

Zum HARKE-Artikel „73379“ (Bürgerinitiative Mensch und Umwelt Sulinger Land kritisiert ExxonMobils Umrüstungsmaßnahmen) vom 16. November antwortet die Unternehmenskommunikation. Es wird zunächst auf eine Presseinformation vom 26. Oktober verwiesen, in der über die Arbeiten zur Verfüllung der Erdgasbohrung Siedenburg Z16 in der Gemeinde Borstel informiert wurde. Weiter schreibt Pressesprecher Klaus Torp: „Die Firma MND Drilling & Services unterstützt uns bei den Arbeiten. Uns überrascht sehr die These, dass unser tschechischer Partner ein Grund für wenig Vertrauen sein soll.“ Ohne Zweifel würden „die von uns geforderten und überwachten hohen Sicherheits- und Umweltstandards“ umgesetzt.

Es sei heutzutage nichts Ungewöhnliches, dass Dienstleistungen und Waren auch außerhalb nationaler Grenzen (hier EU) bezogen würden. Es handele sich um keine besonderen Aktivitäten, denn der Rückbau inklusive der Verfüllung sowie die Rekultivierung einer Bohrung gehörten für das Unternehmen zu Standardarbeiten. „Pro Jahr verfüllen wir im Schnitt zehn Bohrungen.“

Bei der Vorbereitung eines ehemaligen Förderplatzes für die Verfüllung würden entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen. „Der Förderplatz der Siedenburg Z16 wurde vor den Verfüllungsarbeiten mit einer Aufkantung versehen. Im Rahmen der Entnahme der Rohre aus dem Untergrund können Wasser sowie Spülungsflüssigkeit (Ton-Salz-Spülung) mit an die Oberfläche gebracht werden. Diese und Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Regenwasser, werden auf dem vollständig versiegelten Platz aufgefangen, in ein Auffangbecken geleitet, anschließend per Tankwagen abgefahren und fachmännisch entsorgt. Es geht keine Gefährdung für Mensch und Umwelt von den Arbeiten aus.“

Im Zusammenhang mit der Förderung von Erdgas könnten Rückstände anfallen, heißt es in der Exxon-Antwort weiter, „die natürlich schwach radioaktive Stoffe enthalten (sogenannte NORM-Stoffe = Naturally Occuring Radioactive Materials)“. Sie seien keine Besonderheit von Erdgasbohrungen, sondern könnten bei allen Tiefbohrungen und Brunnen auftreten.

„Die Strahlendosis beim Umgang und Transport der Stoffe ist vergleichbar mit der eines Atlantikflugs. Für Anwohner besteht keine Gefahr und auch für die Sicherheit der Mitarbeiter wird Sorge getragen.“ Beim Ausbau aus dem Untergrund werden die einzelnen Rohre durch einen speziell geschulten Gasschutzwart mit entsprechenden Messgeräten auf Strahlung gemessen.

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Erstellt:
19. November 2018, 21:00 Uhr
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