Für CIMIC-Übung wird Nienburg ein fiktiver Staat

Für CIMIC-Übung wird Nienburg ein fiktiver Staat

Die Teilnehmer der Konferenz. Bereits in der Planungsphase beteiligen sich viele internationale Partnernationen und nationale zivile Organisationen. Weiser/ZentrZMZBw

Im Nienburger Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr (ZentrZMZBw) fand jetzt die erste internationale Planungskonferenz zur Vorbereitung der Übung „Joint Cooperation 2017“ (JC17) statt. Gemeinsam mit zivilen und militärischen, internationalen und nationalen Übungsteilnehmern wurde der Übungsrahmen abgesteckt und der weitere Ablauf der Zusammenarbeit bis zur eigentlichen Übung im Oktober dieses Jahres abgestimmt. Die Übung findet dieses Jahr bereits zum siebten Mal statt, teilt das Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit mit. „Sie ist in dieser Form innerhalb der Nato einzigartig und auch ein Ausdruck für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum sowie den Landkreisen Nienburg und Verden und deren Bürgern.“

Weltweit einzige NATO Übung für CIMIC-Personal

Es ist noch gar nicht so lange her, als Ende Oktober 2016 in den Landkreisen Nienburg und Verden Uniformen und Fahrzeuge aus 19 verschiedenen Nationen zu sehen waren. Wenn jetzt erneut Soldaten aus den Niederlanden, Spanien, den USA, Polen, Tschechien, Kanada, Rumänien und Dänemark in Nienburg und Umgebung zu sehen sind, dann sind dies die Vorboten für eine Neuauflage der Übung im Herbst dieses Jahres.

Gemeinsam mit Vertretern der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz, welche dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zugeordnet ist, Vertretern der Ostbayrischen Technischen Hochschule Regensburg und den verschiedensten deutschen Bundeswehrdienststellen stellen die Nienburger Soldaten des Fachbereichs Zivil-Militärische Zusammenarbeit gegenwärtig die Weichen für „Joint Cooperation 2017“.

Es gilt das Szenario der Übung abzustimmen, Dienstposten – also handelnde Akteure auf die verschiedenen Nationen zu verteilen und gemeinsame Übungs- und somit auch Ausbildungsschwerpunkte zu besprechen. „Äußerst komplex, anspruchsvoll und jederzeit fordernd werden die Ziele, Aufgabenstellungen und Herausforderungen für alle Akteure sein“, so Oberst Michael Mattes, Chef des Stabes und stellvertretender Kommandeur des ZentrZMZBw. Die Übung läuft vom 20. bis 27. Oktober.

„Joint Cooperation“ in Zahlen und Fakten

Die Übungsserie „Joint Cooperation“ in Nienburg ist weltweit die einzige militärische Plattform für ein multinationales und zivil-militärisch übergreifendes Training von Verfahrensabläufen unter den Bedingungen eines Einsatzszenarios im Ausland. Die gemeinsame Übungssprache ist dabei in Wort und Schrift Englisch, was ein besonderer Reiz in der Zusammenarbeit der verschiedensten Organisationen und auch Nationen ist.

Die Übung Joint Cooperation findet in diesem Jahr bereits zum siebten Mal statt. Erstmalig wurde die Übung in Nienburg 2009 durchgeführt. Ziel der Übung ist es, das Zusammenwirken von militärischen und nicht-militärischen Organisationen und Akteuren am Beispiel eines Einsatzes außerhalb der Bundesrepublik Deutschland zu üben.

Der Übungsraum beträgt rund um Nienburg circa 1.800 Quadratkilometer und dehnt sich über drei Landkreise und 19 Gemeinden aus. Für die Übungsteilnehmer wird dieser Übungsraum mittels einer umfangreichen Übungslage in einen fiktiven Staat auf der nördlichen Welthalbkugel „verlegt“.

Soldaten aus 20 Nationen nahmen 2016 an der Übung teil. „Joint Cooperation“ ist die weltweit größte Übung dieser Art. Im vergangenen Jahr wurden die Teilnehmer durch annähernd 200 Übungssituationen gefordert, in deren Verlauf etwa 100 Rollenspieler aus dem zivilen Bereich teilweise mehrfach zum Einsatz kamen. Regelmäßige Teilnehmer der „Blaulichtfraktion“ an der Übungsserie sind unter anderem THW, DRK, Johanniter, Wasserschutzpolizei, Polizei und Zoll.