Britta Wellmann.

Britta Wellmann.

07.09.2014

„Für Frauen von gutem Ruf“: Frauenloge in Hoya geplant

Freimaurerinnen laden zu Tag der offenen Tür ein

Von Horst Achtermann

Hoya. Gibt es bald eine Frauenloge in Hoya? Der Anfang soll am 20. September von 10:30 bis 16:30 Uhr mit einem Tag der offenen Tür im Logenhaus in der Deichstraße 3 in Hoya gemacht werden. Britta Wellmann aus Schwarme ist seit drei Jahren Freimaurerin und gehört der Loge „Im Kreise des Granatapfels“ in Hannover an. „Wir wollen eine Frauenloge in Hoya gründen. Wir, das sind Schwestern, die im Moment der Loge in Hannover angehören, aber hier in der Gegend zu Hause sind“. Im Logenhaus der Freimaurerloge „St. Alban zum Aechten Feuer“ gewähren die Freimaurerinnen Einblick und bieten drei Führungen durch das Logenhaus an. „Auch wenn wir das Ziel haben, eine Frauenloge zu gründen, sind natürlich auch Männer bei der Führung willkommen“. Der Hausherr und Meister vom Stuhl Adam An-tAthair-Siorai, sieht keine Probleme und bietet Unterstützung an. „Wir mischen uns nicht ein, wir stellen unsere Räume gerne zur Verfügung, auch für eine spätere Frauenloge“.

In 23 Logen in Deutschland arbeiten etwa 500 Freimaurerinnen. Großen Wert legen die Freimaurerinnen auf die Feststellung, dass sie eine feminine, nicht aber eine feministische Freimaurerei pflegen. „Jede Frau von gutem Ruf“, heißt es freimaurerisch ausgedrückt, das heißt jede unabhängige Frau über 21 Jahre, kann Freimaurerin werden. Die erste Frauenloge wurde 1949 mit Hilfe von Brüdern gegründet. Die meisten Frauenlogen arbeiten in Logenhäusern der Freimaurer. Die hannoversche Loge „Im Kreis des Granatapfels“ war bis vor drei Jahren die nördlichste Möglichkeit für Frauen, freimaurerisch tätig zu werden.

Freimaurerische Arbeitskreise für Frauen mit dem Ziel einer späteren Logengründung gibt es bereits in weiteren Städten. „In Flensburg wird am 3. Oktober eine Frauenloge ihre Arbeit aufnehmen“.

Die femininen Großlogen Europas sind Mitglieder eines eigenen Dachverbandes, das CLiMAF – Centre de liaison international de la maconnerie feminine. Erstaunliche Mitgliederzahlen haben die Frauenlogen in Frankreich (rund 20 000), Belgien (rund 5 000), und in der Türkei, erzählt Britta Wellmann, arbeiten seit 1999 um die 3 000 Freimaurerinnen in einer Frauenloge. „Sie arbeiten voll in Deckung, mit großem Zulauf auch ohne Öffentlichkeitsarbeit“, so Wellmann weiter.

Freimaurerisch zu arbeiten umfasse ausschließlich die Arbeit an sich selbst. In einem Pressetext der Frauengroßloge von Deutschland (FGLD) steht: Freimaurerinnen sind an persönlicher Entwicklung interessiert und wollen mehr Erkenntnis und Wissen erlangen, als engagierte Frauen, die bereit sind, sich mit den Bedingungen von Zivilisation und Fortschritt auseinanderzusetzen und eine an Humanität orientierte Haltung zu erreichen.

Auch die freimaurerischen Frauen erinnern sich an den Freimaurer und Dichter Gotthilf Ephraim Lessing: „Die Freimaurerei ist nichts Willkürliches, nichts Entbehrliches, sondern etwas Notwendiges, das in dem Wesen des Menschen und der bürgerlichen Gesellschaft gegründet ist“. „Und der kann eben männlich oder weiblich sein“, fügen die Freimaurerinnen hinzu,

Näheres können Interessierte im Internet unter www.freimaurerinnen-hannover.de/labyrinth erfahren.

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Erstellt:
7. September 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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