Landkreis 02.06.2019 Von Die Harke

Für bezahlbaren Wohnraum

Schuldnerberater zur Aktionswoche

Bei der „Aktionswoche Schuldnerberatung“ vom 3. bis 7. Juni geht es unter dem Motto „Albtraum Miete“ um das Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum. Wolfgang Lippel, langjähriger Schuldnerberater beim Paritätischen Nienburg, sagt, es sei für Überschuldete sehr schwer, eine neue Wohnung zu finden. Die von Überschuldung Betroffenen seien häufig mit ihrer Situation überfordert. „Sie setzen falsche Schwerpunkte und bezahlen eher Raten an Inkassounternehmen als ihre Miete oder Energie“, sagt Lippel: „Auch sind ihnen Beratungsdienste und Hilfsangebote nicht bekannt. Die durchaus mögliche Übernahme von Mietschulden durch Jobcenter oder Sozialämter muss beantragt werden, was ihnen aus unterschiedlichen Gründen häufig schwerfällt.“

Steigende Mieten machen Geringverdienenden laut Lippel zusätzlich zu schaffen. „Ein immer größerer Anteil des Verdienstes muss für die Unterkunft ausgegeben werden, die Jobcenter erkennen diese Kosten nur im Rahmen ihrer Vorgaben an. Dies sind sichere Wege in die Überschuldung.“

Lippels Lösungsvorschläge: „Der Sektor des gemeinwohlorientierten und sozialen Wohnungsbaus muss erheblich gestärkt werden.“ Die Schufa sollte Überschuldete im Insolvenzverfahren nicht mit einer schlechteren Benotung abstrafen. „Auch sollten die Negativmerkmale von Auskünften für Vermieter sich auf Miet- und ähnliche Schulden beschränken“, sagt Lippel. Die Grenzen für die anerkennungsfähigen Kosten der Unterkunft wie Miet- und Heizkosten müssten realistisch sein und den Wohnungsmarkt auch abbilden. Die Übernahme von Mietschulden seien so unbürokratisch wie irgend möglich zu organisieren.

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Erstellt:
2. Juni 2019, 04:23 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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