Ada Bobrova arbeit seit dem 1. Februar für frau+wirtschaft. Ihr Schwerpunkt: Migrantinnen auf dem Weg in die Arbeitswelt begleiten. frau+wirtschaft

Ada Bobrova arbeit seit dem 1. Februar für frau+wirtschaft. Ihr Schwerpunkt: Migrantinnen auf dem Weg in die Arbeitswelt begleiten. frau+wirtschaft

Nienburg 16.09.2017 Von Edda Hagebölling

„Für viele Frauen ein sehr, sehr langer Weg“

Ada Bobrova von der Ko-Stelle frau+wirtschaft begleitet Migrantinnen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt

Dass es sie gibt, hat sich längst herumgesprochen. Seit dem 1. Februar ist [DATENBANK=916]Ada Bobrova[/DATENBANK] als vierte Kraft für die Ko-Stelle frau+wirtschaft tätig. Ihr Schwerpunkt: Förderung von Migrantinnen. 70.000 Euro haben EU und Land für den Förderzeitraum von zwei Jahren zusätzlich dafür bewilligt, dass die gebürtige Witebskerin Migrantinnen auf dem Weg in den 1. Arbeitsmarkt begleitet. „Für viele Frauen ein sehr, sehr langer Weg“, wie Ada Bobrova längst festgestellt hat.

Die Ko-Stelle hat für dieses Konzept nicht nur zusätzliche Fördermittel bekommen, sondern auch das Prädikat „Plus“. Und mit ihr noch sieben weitere. Insgesamt 25 Ko-Stellen gibt es in Niedersachsen.

Seit einem halben Jahr besucht Ada Bobrova die Integrations-Cafés und Frühstückstreffen in Stadt und Kreis. Als die HamS sich mit der Weißrussin, die parallel zu ihrer Tätigkeit für f[DATENBANK=3396]rau+wirtschaft[/DATENBANK] an der Leibniz-Uni in Hannover Jura studiert, war sie zusammen mit ihren Kolleginnen Katrin Fedler, Kerstin Brunegraf und Catrina Lohmeyer gerade von der Infomobiltour zurückgekehrt.

Dafür waren die vier Frauen in wechselnder Besetzung zwei Wochen lang von Kita zu Kita und von Rathaus zu Rathaus gezogen, um Frauen, die über einen beruflichen (Wieder-) Einstieg nachdenken, über die Möglichkeiten, die die Ko-Stelle bietet, zu informieren. Ada Bobrova nutzte die Gelegenheit, mit den Integrationsbeauftragten in den Kommunen ins Gespräch zu kommen. Und natürlich auch mit den Migrantinnen, die ihre Kinder in die Kitas gebracht oder wieder abgeholt haben.

Mit Frauen aus anderen Herkunftsländern ins Gespräch zu kommen, fällt Ada Bobrova nicht schwer. Die gebürtige Weißrussin spricht mehrere Sprachen. Außerdem verfügt frau+wirtschaft über einen Flyer, der in acht Sprachen über die persönlichen und beruflichen Perspektiven geflüchteter Frauen informiert.

Und die sind offenbar nicht gerade rosig. „Zum einen gibt es Frauen, die nie eine Schule besucht haben und darum erst alphabetisiert werden müssen“, so Ada Bobrova. Es gibt aber genauso gut auch Frauen, die in ihrem Heimatland studiert und gearbeitet haben, deren Ausbildung in Deutschland jedoch nicht anerkannt wird. Besonders betroffen: Ärztinnen, Juristinnen und Lehrerinnen.

Oder die Anerkennung der Ausbildung droht am Geld zu scheitern. Wie im Fall einer Bauingenieurin aus Simbabwe. 600 Euro müsste sie für die Anerkennung aufbringen.

Richtig schwer, im Landkreis Nienburg Fuß zu fassen, haben es Frauen, die nicht aus dem Irak,dem Iran, Syrien, Eritrea und Somalia stammen. Sie haben keinen Anspruch auf einen Integrationskurs. Sprachkurse können sie nur belegen, wenn diese von einem Sponsor finanziert werden.

„Die Frauen, die von überall her zu mir kommen, würden so gerne eine Ausbildung oder zumindest ein Praktikum absolvieren“, so die Mitarbeiterin der Ko-Stelle. Zahnarzthelferin, Bürokraft oder Erzieherin zählen zu den favorisierten Berufen.

„Doch davon werden sie noch lange träumen müssen. Ich hätte schon viel erreicht, wenn die Frauen eines Tages wenisgtens so weit wären, dass die Angebote unserer Ko-Stelle nutzen zu können“, so Ada Bobrova. In Witebsk war die Ko-Stellen-Mitarbeiterin übrigens als Juristin tätig. In Deutschland wurde ihr Studium nicht anerkannt.

Mehr Infos: www.frau-und-wirtschaft-ni.de

Zum Artikel

Erstellt:
16. September 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.