Der Loccumer Keeper in Diensten von GWD Minden zeigte beim 21:21 beim HC Erlangen sieben Paraden. Foto: Nußbaum

Der Loccumer Keeper in Diensten von GWD Minden zeigte beim 21:21 beim HC Erlangen sieben Paraden. Foto: Nußbaum

Minden 20.12.2020 Von Die Harke

GWD Minden holt einen Punkt

Handball-Bundesliga: In Erlangen setzt sich der Aufwärtstrend weiter fort – Semisch zeigt sieben Paraden

Die Handballer von GWD Minden setzten am Sonnabend ihren Aufwärtstrend beim Bundesliga-Spiel in Erlangen fort. Bei den zuletzt heimstarken HC gelang den Grün-Weißen der zweite Auswärtspunkt der Saison.

Trotz der jüngsten Langzeit-Ausfälle von Miljan Pusica und Lucas Meister knüpfte die Mannschaft von GWD-Trainer Frank Carstens an die starke kämpferische Leistung vom Sieg im Ostwestfalen-Derby gegen den TBV Lemgo (28:23) an. Vor allem in der Abwehr unterband die Carsten-Sieben viele Aktionen der Hausherren und am Ende stand ein 21:21 (12:11) auf der Anzeigetafel.

Es war eine turbulente Partie, in der von Beginn an der Siegeswille beider Mannschaften deutlich zu spüren war. Dabei gehörten die ersten 20 Zeigerumdrehungen vor allem den Gästen aus Ostwestfalen. Die neu formierte 6:0-Abwehr von GWD Minden um den Mittelblock Doruk Pehlivan und Joschua Thiele machte ihre Sache über weite Strecken sehr gut. Die Absprachen passten und die Kreisläufer der Hausherren kamen nur selten an den Ball.

Die Grün-Weißen kämpften um jeden Zentimeter in der Deckung, was viele Belohnungen in Form von Ballgewinnen nach sich zog. Hinzu kam ein stark aufspielender GWD-Keeper Carsten Lichtlein, der zwei von vier Siebenmetern der Erlanger entschärfte. Durch ihr schnelles Umschaltspiel erzielten die Mannschaft von Carstens in Person vom Norweger Kevin Gulliksen einfache Tore. Aus dem Positionsangriff setzten sich Rückraum und Kreisläufer gegenseitig in Szene. Das Resultat war eine 7:4-Führung nach einer Viertelstunde.

Der heimische HC hatte nach der deutlichen Niederlage in Magdeburg (26:36) etwas gutzumachen und kam vermehrt über die halbrechte Angriffsseite zum Torerfolg. Nachdem auch Klemen Ferlin im Erlanger Tor mehr und mehr ins Spiel fand, war die GWD-Führung zum Ende des ersten Durchgangs egalisiert. Ein ständiges Kopf-an-Kopf-Rennen kündigte sich an. Lichtlein: „Es war über 60 Minuten kämpferisch eine einwandfreie Vorstellung. Immer wenn jemand einen Fehler gemacht hat, sind andere eingesprungen.“

Die zweite Hälfte begann GWD-Trainer Frank Carstens personell mit der gleichen Startsieben. Lediglich Lichtlein wurde wegen Schmerzen an der Handwurzel für die zweite Halbzeit geschont und der Loccumer Keeper Malte Semisch durfte nun zeigen, was er drauf hat. Es war nun ein ständiges Hin und Her. Beide Mannschaften konnten sich keine deutliche Führung erspielen und den Gegener abschütteln. Viele Unterbrechungen verwandelten dieses spannende Spiel in einen regelrechten Handballkrimi.

Der Positionsangriff wurde auf beiden Seiten voll ausgeschöpft und bis zum Zeitspiel durchgezogen. Einige Angriffe dauerten fast zwei volle Minuten. Die Abwehrreihe der Mindener zeigte nun enorme Nehmerqualitäten und auch Semisch überzeugte bis zum Ende mit sieben Paraden. So war auch die dritte Zeitstrafe gegen Joschua Thiele in der 44. Spielminute fast ohne Bruch im Spiel zu verkraften. Das 21:21 (55.) von Gulliksen sollte der letzte Treffer am Samstagabend bleiben.

Das Spiel wurde danach von mehreren Unterbrechungen geprägt, keine Mannschaft konnte eine weitere Führung erzielen. 30 Sekunden blieben den Grün-Weißen am Ende für den finalen Angriff, doch Klemen Ferlin rettete den Punkt für den HCE. „Das war eine tolle Mannschaftleistung und wir sind glücklich mit dem Punkt. Nach der Quarantäne-Unterbrechung steigern wir uns gerade von Spiel zu Spiel. Ich glaube, wir sind da jetzt auf einem guten Weg“, sagte Lichtlein kurz nach der Partie.

Heimtrainer Michael Haaß zeigte sich hingegen unzufrieden: „Wir sind nicht zufrieden. Wir waren von Anfang an sehr verkrampft und haben dadurch auch sehr viele Fehler gemacht. Es wurden zu viele Bälle unbedrängt weggeworfen, das müssen wir dringend abstellen. Am Ende fehlte uns einfach die Lockerheit, das entscheidende Tor zu werfen.“

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Erstellt:
20. Dezember 2020, 15:12 Uhr
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