„Geben macht glücklicher als nehmen“

„Geben macht glücklicher als nehmen“

Sven Kühtz lädt schon heute zum Chancengebertag 2016 ein und feut sich, dass Stephan Weil bereits zugesagt hat.

Von Edda Hagebölling

Nienburg. „Geben macht glücklicher als nehmen.“ Das haben zumindest diejenigen längst festgestellt, die sich seit Jahren am sogenannten Chancengebertag des Christlichen Jugenddorfs (CJD) in Nienburg beteiligen. Der Chancengebertag versteht sich als Börse für diejenigen, die Hilfe benötigen, und denen, die gerne helfen möchten. Er findet am 28. September zum siebten Mal statt. Prominentester Teilnehmer wird niemand Geringerer als Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sein. Er wollte eigentlich im vergangenen Jahr schon nach Nienburg kommen, musste dann aber wegen der VW-Abgasaffäre kurzfristig wieder absagen.

Hauptorganisator des Chancengebertages ist Sven Kühtz. Er ruft alle, die sich am 28. September in irgendeiner Form beteiligen möchten, auf, sich gerne schon in den nächsten Tagen per Telefon unter 05021 9711-71 oder per E-Mail an sven.kuehtz@cjd.de bei ihm zu melden.

Wichtig ist ihm der Hinweis, dass ausschließlich Aufgaben von privaten oder ehrenamtlich ausgerichteten Auftraggebern erledigt werden. Einer älteren Dame die Gardinen zu waschen, in Kitas mit den Kindern spielen, bei der Gartenarbeit helfen oder auch schon mal einen Geräteschuppen zu bauen, sind für die CJDler in der Regel kein Problem.

Gerne können sich aber auch Unternehmen melden, die jungen Leuten die Chance geben möchten, einmal in den beruflichen Alltag hineinzuschnuppern. „Im vergangenen Jahr hatten sich zum Beispiel das Krankenhaus, die Volksbank und die Spedition Göllner bei uns gemeldet“, so Sven Kühtz. Genauso dankbar ist er aber auch denjenigen, die es den jungen Leuten, die helfen möchten, ermöglichen, zum Einsatzort zu kommen. „Das THW stellt uns zum Beispiel Fahrzeug und Fahrer kostenlos zur Verfügung“, berichtet der CJD-Koordinator weiter.

Am meisten freut man sich beim CJD, wenn die Kontakte zwischen Helfenden und Hilfeempfängern nachhaltig sind. Als Beispiel führte er die Kinder an, die einen Flohmarkt veranstaltet haben, um von dem Erlös das Tierheim Drakenburg zu unterstützen. „Von dem Besuch im Tierheim waren die Mädchen und Jungen dann wiederum so beeindruckt, dass sie im Anschluss an die Spendenübergabe Äpfel pflückten, Saft daraus herstellten und diesen ebenfalls zugunsten der Tiere in Drakenburg verkauften.

Eine weitere Gruppe hat Lieder einstudiert und diese dann in einem Seniorenheim vorgetragen.

Entstanden ist die Idee zum Chancengebertag im Vorfeld des 125-jährigen Bestehens des Landkreises Nienburg. „Natürlich hätten wir damals einen Apfelbaum kaufen und an Herrn Kohlmeier überreichen können, doch das war uns einfach“, so Kühtz. „Außerdem wollten wir die Unterstützung, die wir immer wieder bekommen, gerne an den Landkreis und die Menschen, die in ihm leben, zurückgeben“, erinnert sich der CJD-Organisator noch gut.

In seinem Grußwort schreibt Ministerpräsident Weil unter anderem: „Zum siebten Mal veranstaltet das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland, Ortsverband Nienburg, den ‚Chancengebertag‘. Die ungewöhnliche Namensgebung ist mittlerweile zu einem Synonym für Hilfsbereitschaft, Gemeinwohlorientierung und ehrenamtliches Engagement geworden.

Auch in diesem Jahr steht unter dem Motto „Hilfsbereitschaft zu verschenken“ die Unterstützung von hilfebedürftigen Menschen im Vordergrund. Allen, die sich unentgeltlich für andere einsetzen, spreche ich hierfür meinen herzlichen Dank aus. Ohne Ihren Einsatz würde es einen solchen Tag nicht geben.

Grüße von Stephan Weil

Der Chancengebertag in Nienburg ist Vorbild für vergleichbare Hilfeaktionen in anderen Städten: Zu Recht heißt es deshalb auf der Homepage des Christlichen Jugenddorfwerks Nienburg: „Ein Virus der angenehmen Art – extrem ansteckend!“ Als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft für den Chancengebertag 2016 übernommen.

Der Chancengebertag belegt nachdrücklich, dass sich das freiwillige Engagement in Niedersachsen zu einer tragenden Säule unseres Gemeinwesens entwickelt hat.

Es würde mich freuen, wenn auch in diesem Jahr zahlreiche Nienburgerinnen und Nienburger an den vielen Aktionen rund um den Chancengebertag 2016 teilnehmen würden. Setzen Sie ein Zeichen für mehr Hilfsbereitschaft!“