Mitglieder der Interessengruppe planen einen Gedenkpark. Achtermann

Mitglieder der Interessengruppe planen einen Gedenkpark. Achtermann

Hoya 07.01.2017 Von Horst Achtermann

Gedenkpark an der Deichstraße geplant

Interessengruppe Synagoge erinnert seit 20 Jahren an die ehemaligen jüdischen Einwohner Hoyas

Nach den Plänen einer Interessengruppe (IG) von Bürgerinnen und Bürger aus der Samtgemeinde Grafschaft Hoya wurde im Dezember 1996 die Gedenkstätte auf dem Grundstück der ehemaligen Synagoge an der Deichstraße eingeweiht. Entstanden war die Idee im Jahr zuvor bei einem Seminar der Volkshochschule über jüdische Familien in Hoya ab 1933. Vorausgegangen waren Besuche von Heike und Hans Huth in Amerika bei den jüdischen Familien Blumenthal, Löwenstein und Elias. Alle waren in Hoya verwurzelt.

33 Stolpersteine

Henry Meyer hat vieles über jüdische Familien in Hoya aufgeschrieben. Um eine „juristische Umgebung“ zu haben, gliederte sich die IG Synagoge mit einem Unterkonto für Stolpersteine und andere Vorhaben in das Heimatmuseum ein. „Das Museum als Anker, wo man sich zu Hause fühlt“, betonte Werner von Behr bei der Übergabe eines gemalten Bildes der ehemaligen Synagoge von Mayk Intemann im Jahr 2014.

Nahziel der IG Synagoge ist es, auf dem Grundstück Deichstraße 27 einen Gedenkpark zu gestalten. Nicht einfach, denn dazu müsste die Stadt Hoya das Grundstück kaufen. Der Antrag liegt der Stadt vor. „Wir sind guter Dinge, dass es irgendwann einmal klappt“, so Werner von Behr, Mitglied der IG, die sich einmal im Monat im Heimatmuseum Hoya trifft.

Am 21. April 2007 wurden in Hoya die ersten drei Stolpersteine gelegt. „Übrigens auf Veranlassung von Wolfgang Rustemeyer, der die Anregung dazu gab“, Henry Meyer weiter. Es sind die Erinnerungen an die Familie Blumenthal, die im Haus Lange Straße 10 gewohnt hat. Ruth Blumenthal im Jahr 2012 im Alter von 104 Jahren gestorben, war die Mutter von Marion Blumenthal, Ehrenbürgerin und Namensgeberin der Hauptschule Hoya.

Stolpersteine sind zehn mal zehn Zentimeter große gegossene Betonquader, in die eine Messingplatte mit Inschrift eingelassen ist. Die Inschrift beginnt jeweils mit „Hier wohnte“. Es folgen Name/Geburtsname, das Geburtsjahr, das Deportationsjahr und der Deportationsort sowie Angaben zum Schicksal der jeweiligen Personen.

Nach Aussagen des Künstlers und Initiators der Aktion „Stolpersteine“, Gunter Demnig, sei nicht beabsichtigt, die Leute zu Fall – zum Stolpern – zu bringen, sie sollen vielmehr mit dem Kopf und dem Herzen stolpern, also stehenbleiben und nachdenken.

Gepflegt werden die mittlerweile 33 Stolpersteine von Schülerinnen und Schülern der Marion-Blumenthal-Hauptschule Hoya und deren Nachfolgern. So das Versprechen des – mittlerweile pensionierten – Lehrers Johannes Fink.

„Der Weg der Hoyaer Juden bis 1942“ ist in einer Broschüre 1992 unter dem Titel „Wann wird man je versteh‘n...“ festgehalten.

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Erstellt:
7. Januar 2017, 21:00 Uhr
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