Ein kleiner Harvester pflegt junge Eichenwälder, die dünnen Eichenstämme werden Parkett oder Brennholz, die Kronen werden zu Hackschnitzeln verarbeitet. Foto: Landesforsten / Rainer Städing

Ein kleiner Harvester pflegt junge Eichenwälder, die dünnen Eichenstämme werden Parkett oder Brennholz, die Kronen werden zu Hackschnitzeln verarbeitet. Foto: Landesforsten / Rainer Städing

Landkreis 05.01.2020 Von Die Harke

Geeignet als Parkett- und als Brennholz

Forstamt Nienburg pflanzt immer mehr Eichen an / Baum relativ klimaresistent

Die Eiche ist in den Wäldern des Forstamtes Nienburg eine häufig anzutreffende Baumart, deren Anteil weiter zunimmt. Etwa die Hälfte der Eichenwälder ist junger Wald, angelegt auf den Flächen, die der Jahrhundertsturm 1972 kahl hinterließ.

Schwerpunktmäßig werden nun diese mit etwa 40 bis 50 Jahren noch recht jungen Eichen durchforstet, um sie zu stabilisieren und ihren Wuchsraum zu regulieren. Dazu wird ein kleiner Harvester eingesetzt, der die Eichen greift und bodennah absägt. Nach dem Absägen werden die Bäume in verkaufsfähige Sortimente eingeteilt. Dabei entsteht vor allem Parkett-, Brenn- und Energieholz. Während aus den höherwertigen unteren Stammabschnitten in Dänemark Echtholz-Parkett gefertigt wird, verbleibt das Brennholz in der Region.

„Leider können wir in dieser Saison nur wenig Buchen-Brennholz anbieten“, berichtet Forstamtsleiter Henning Schmidtke. „Alternativ haben wir das schlanke Eichenholz aus der Waldpflege zu bieten.“ Eiche hat den gleichen Brennwert wie Buchenholz und lässt sich sehr gut spalten. Bei Lagerung und Trocknung ist allerdings mehr Sorgfalt angesagt und eine Trockenzeit von drei Jahren anzuraten. Eichen-Brennholz ist sofort vorrätig und wird zwanzig Prozent günstiger als Buche angeboten. „Andere Holzarten sind nur in begrenzter Menge und frühestens im nächsten Jahr verfügbar“, so Amtsleiter Schmidtke.

Hintergrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Buchen-Brennholz ist der auf Südniedersachsen konzentrierte Einschlag kranker Buchen.

Holzbestellungen können wie gehabt bei den Förstereien oder im Forstamt (0 50 21 / 96 47 18) aufgegeben werden. Auch den Lieferservice, von langem Brennholz frei Hof per LKW in Mengen von 35 Raummetern, bietet das Forstamt weiter an. „Wenn man genügend Platz hat, ist der arbeitswirtschaftliche Vorteil enorm, das Holz nicht selbst bewegen zu müssen“, findet Henning Schmidtke, der auch empfiehlt, sich eine Fuhre mit Nachbarn oder Bekannten zu teilen.

Die Transporte werden im 100 Kilometer Umkreis angeboten, das heißt bis vor die Tore Bremens oder Hannovers. „Das Eichenbrennholz gilt als zugelassener Brennstoff und eignet sich für nahezu alle Einzelraumfeuerungsanlagen zur Wärmegewinnung, wie uns die Schornsteinfegerinnung Hannover bestätigte“, so der Forstamtsleiter.

Eiche klimaresistent

Im Zuge des Klimawandels ist die Eiche auf der Siegerstraße. Die zwei heimischen Eichenarten (Stiel- und Traubeneichen) kommen auf den verschiedensten Böden und mit steigenden Temperaturen gut zurecht und sind in ihrer Holzverwendung, von Furnier über Massivholz bis hin zum Brennholz, ebenfalls sehr vielfältig nutzbar.

Die Stieleiche ist eine typische Baumart der Hartholzaue, wodurch sie gut auf nassen, wechselfeuchten und nährstoffreichen Böden zurechtkommt. Die Traubeneiche hingegen kommt auch auf armen und trockenen Sandböden vor. Beide können durch ihre hohe Wurzelenergie tiefe Bodenschichten erschließen und so auch in trockeneren Phasen Wasser aus diesen aufnehmen. Auf diesen Standorten setzt sie sich sogar erfolgreich gegen die Buche durch, unsere konkurrenzstärkste und weitverbreitetste Laubbaumart in Deutschland. Die amerikanische Roteiche kommt dort verstärkt zum Zuge, wo trockene und nährstoffarme Waldböden zum Beispiel in Kiefernwäldern für die heimischen Eichenarten nicht erfolgversprechend sind.

Die Planung der Niedersächsischen Landesforsten sieht bis 2055 landesweit einen moderaten Anstieg der Eichen von 13 auf 14 Prozent der Waldfläche vor. Allerdings sorgen die Waldschäden der letzten beiden Jahre für so viele unvorhergesehene Freiflächen, dass mit einem höheren Eichenanteil in Zukunft gerechnet werden kann.

In den Wäldern des Forstamtes sind Eichen schon jetzt mit einem Anteil von 16 Prozent vertreten. Über die Hälfte dieser Eichen sind junge Waldbestände im Alter zwischen 20 und 60 Jahren.

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Erstellt:
5. Januar 2020, 11:55 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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