Unter Vollschutz wurde der Arbeiter von der Feuerwehr dekontaminiert und dann dem Rettungsdienst übergeben. Schiebe

Unter Vollschutz wurde der Arbeiter von der Feuerwehr dekontaminiert und dann dem Rettungsdienst übergeben. Schiebe

Liebenau 08.03.2018 Von Kristina Senning, Von Uwe Schiebe

Gefahrgutunfall: Mitarbeiter kontaminiert

Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz

Bei der Zimmermann Sonderabfallentsorgung Nord in Liebenau sind am Donnerstagnachmittag alkalische Flüssigkeiten ausgetreten, die einen Mitarbeiter kontaminiert haben. Mit einem Rettungshubschrauber wurde der 26-Jährige in eine Klinik in Bremen geflogen.

Gegen 15 Uhr wurden die Ortsfeuerwehren Liebenau und Pennigsehl zu dem Gefahrgutunfall gerufen. Bei der Entladearbeit eines Hofarbeiters soll sich an einem Tankwagen der Schlauch mit kontaminierten Wasser gelöst haben. Zwischen zehn und 20 Litern alkalische Flüssigkeit überströmte den Mitarbeiter, der von einem Ersthelfer sofort in eine andere Halle gebracht und abgeduscht worden ist. Durch den Kontakt mit der Haut oder den Schleimhäuten kann es unter anderem zu Verätzungen kommen.

Der Betriebsleiter der Firma Zimmermann, Frank Hartmann, geht nach ersten Erkenntnissen von einem Fehler in der Bedienung aus. „Wir wollen hier keinem etwas unterstellen“, betont Hartmann. Dennoch sollte das Austreten der Flüssigkeiten im routinierten und korrekten Arbeitsablauf grundsätzlich ausgeschlossen sein. Weil Fälle dieser Art allerdings vorkommen können, gehört auch solch eine Situation zu den vorsorglichen Übungsszenarien der Sonderabfallentsorgung. „Unsere Sicherheitsmaßnahmen sind sehr hoch“, verspricht der Betriebsleiter.

Während des Vorfalls hatte die Rettungsleitstelle den ABC-Zug und die Gefahrgutbereitschaft Nienburg-Mitte mit Geräteeinheit alarmiert. Der Rettungsdienst war mit vier Rettungswagen und einem Notarzt vor Ort und kümmerte sich um den verletzten Arbeiter. Sicherheitshalber baute der ABC-Zug eine Dekontaminationsstelle auf, füllte sie mit warmen Wasser und reinigte den betroffenen Arbeiter abermals. Anschließend wurde er dem Rettungsdienst übergeben und mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Bremen geflogen. Optisch habe man keine Veränderungen wahrnehmen können, so Hartmann. Der Notarzt teilte mit, dass der Patient ansprechbar und Kreislaufstabil sei.

„Im Anbetracht der Umstände ist alles sehr gut abgelaufen“, sagt der Betriebsleiter. „Es liegt uns sehr am Herzen, wie es ihm geht. Wir hoffen natürlich, dass er ohne Schaden herausgeht.“

Messungen des ABC-Zuges zeigten während des gesamten Vorfalls keine negativen Werte an, sodass auch keine Gefahr für Menschen und Umwelt bestand. Die vorsorglich alarmierte Technische Einsatzleitung wurde nicht eingesetzt, weil die Einsatzleitung-Ort den Einsatz koordinierte.

Gegen 17 Uhr war der Einsatz schließlich beendet. Die 84 Einsatzkräfte der Feuerwehren unter der Einsatzleitung von Gemeindebrandmeister Marco Bockhop, sowie Polizei und Rettungsdienst konnten wieder einrücken.

84 Einsatzkräfte der Feuerwehren und auch der Rettungsdienst waren im Einsatz. Schiebe

84 Einsatzkräfte der Feuerwehren und auch der Rettungsdienst waren im Einsatz. Schiebe

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Erstellt:
8. März 2018, 18:44 Uhr
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