Bremsenfallen sind in Schutzgebieten nicht erlaubt.

Bremsenfallen sind in Schutzgebieten nicht erlaubt.

Landkreis 16.06.2021 Von Die Harke

Gegen das Insektensterben: Land beschränkt Einsatz von Bremsenfallen

In bestimmten Gebieten sind die Fallen gar nicht mehr erlaubt, in anderen nur während eines bestimmten Zeitraums

In Bremsenfallen sterben nur wenige Bremsen, dafür auch geschützte Insektenarten. Die Fallen sollen nur noch eingeschränkt benutzt werden dürfen. In bestimmten Bereichen sind sie sogar komplett verboten.

Bremsenfallen sind in Schutzgebieten und geschützten Biotopen verboten. Die Fallen sind eine große Gefahr für Insekten. Ein Erlass regelt deren Anwendung.

Seit Jahren werden Bremsenfallen zunehmend in der Landwirtschaft sowie von privaten Tierhaltern eingesetzt. Sie locken durch einen sich in der Sonne aufheizenden Gummiball Insekten an, die dann über einen Trichter in ein Fanggefäß fliegen und dort abgetötet werden.

Pferdehalter wollen mit den Fallen ihre Tiere vor Qualen schonen

Insbesondere Pferdehalter hoffen, dass ihre Tiere so vor schmerzhaften Stichen der Bremsen verschont bleiben. Aktuelle Studien sprechen jedoch gegen die Effektivität von Bremsenfallen, teilt der Landkreis mit. Vor allem seien sie eine große Gefahr für den Insekten- und Artenschutz.

Laut einer Studie liege der Anteil der gefangenen und getöteten Insekten, die keine Bremsen sind, bei bis zu 98,5 Prozent, darunter besonders geschützte Arten wie Schmetterlings- und Wildbienenarten. Eine andere Studie zu Pferdebremsenfallen im Oldenburger Umland komme ähnlichen Ergebnissen, hier habe der Anteil des Beifangs bei fast 91 Prozent gelegen.

Stattdessen können insbesondere Pferdehalter grundsätzlich auch auf Alternativen wie Schutzdecken, Kopfmasken oder Repellents zurückgreifen, um die Tiere vor Bremsenstichen zu schützen.

Silvia Fiene vom
Landkreis Nienburg

Das niedersächsische Umweltministerium hat am 14. Mai einen Erlass herausgegeben, in dem steht, dass Bremsenfallen unter anderem nicht innerhalb von Naturschutzgebieten, FFH-Gebieten (teilweise nur als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen) oder gesetzlich geschützten Biotopen aufgestellt werden dürfen.

Darüber hinaus soll außerhalb dieser Schutzgebiete der Einsatz von Bremsenfallen zeitlich beschränkt werden, und zwar vom 1. Juni bis 15. September eines Jahres. „Stattdessen können insbesondere Pferdehalter grundsätzlich auch auf Alternativen wie Schutzdecken, Kopfmasken oder Repellents zurückgreifen, um die Tiere vor Bremsenstichen zu schützen“, empfiehlt Silvia Fiene vom Fachdienst Naturschutz des Landkreises Nienburg.

Bundesnaturschutzgesetz untersagt den Zugriff auf geschützte Tiere

Zum rechtlichen Hintergrund: Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) untersagt den direkten Zugriff auf wild lebende Tiere der besonders geschützten Arten, insbesondere jeden Angriff auf die körperliche Unversehrtheit, der die Verletzung oder Tötung eines geschützten Tieres zur Folge hat.

Dabei sind auch der Fang und das Nachstellen mit Fallen verboten. Darüber hinaus ist es der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten mit Fallen nachzustellen, sie anzulocken, zu fangen oder zu töten, sofern Tiere mit der Fallen in größeren Mengen wahllos getötet werden.

Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Nienburg bittet um Einhaltung dieser Vorgaben. Nähere Informationen gibt es auch beim Fachdienst Naturschutz Landkreis Nienburg unter Telefon (0 50 21) 96 78 75.

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Erstellt:
16. Juni 2021, 19:33 Uhr
Lesedauer:
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