Geht es nur um das Gehalt?

Geht es nur um das Gehalt?

Matthias Brosch DH

Im Internet kursiert ein Flyer einer großen Bäckerei mit vielen Filialen aus Süddeutschland, die auf der Suche nach Auszubildenden mit einer übertariflichen Vergütung und Zusatzleistungen wie Fahrkarten-Zuschuss und Smartphone lockt. Die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim schrieb dazu: „Hier reagiert ein Kollege proaktiv auf den Lehrlingsmangel …“ Mehr Geld, wer will das nicht? Zunächst rief die Aktion die Kommentatoren auf den Plan, die ihr eigenes Gehalt mit dem dort angebotenen verglichen. „Dann lerne ich noch mal“, meinte einer. Ein Azubi aus Nienburg schrieb gepaart mit einem verdutzten Smiley (digitaler Gesichtsausdruck): „Das erste Lehrjahr bekommt doppelt so viel wie ich im zweiten.“ Andere fragten, was bei dieser Bäckerei dann wohl die Gesellen verdienen müssten.

Es entwickelte sich schnell eine interessante Diskussionsrichtung, die mit der Meinung „Ernsthaft, dem ist doch wohl klar, dass er damit jede Menge Idioten anlockt, die nur wegen des Geldes kommen“ eröffnet wurde. Es folgte der Hinweis, nicht auf ein hohes Gehalt zu setzen, um Nachwuchs zu gewinnen: „Eine gut strukturierte Ausbildung, die Bereitschaft der Betriebe duale Studiengänge anzubieten und einen überregionalen Lehrlingsaustausch, um der Vielfalt der Gebäcksorten gerecht zu werden, sind meine Vorstellungen, damit in Zukunft junge Menschen bereit sind, Betriebe zu übernehmen.“ Eine andere Überlegung: „Ich fände es wünschenswert, eine einheitliche und faire Vergütung für alle Ausbildungsgänge zu zahlen. So würde sich der junge Mensch bei der Wahl seines Ausbildungsganges auch danach richten, was ihm liegt und was er wirklich möchte.“ Und sich nicht für eine Ausbildung zu entscheiden, die ihm viel Geld bringt, aber am Ende nicht glücklich macht.