Hilfe, wenn Geldstrafe nicht bezahlt werden kann (von links): Franz-Josef Franke, Axel Zuber, Grant Hendrik Tonne und Matthias Mente. WohnWEGE

Hilfe, wenn Geldstrafe nicht bezahlt werden kann (von links): Franz-Josef Franke, Axel Zuber, Grant Hendrik Tonne und Matthias Mente. WohnWEGE

Nienburg 18.10.2017 Von Die Harke

Geldverwaltung statt Haftstrafe

Neues Angebot der Diakonie in der Beratungsstelle „WohnWege“ in Nienburg

„Das Angebot hat sich in anderen Regionen Niedersachsens bereits bewährt: Durch Geldverwaltung werden Straftäter in die Lage versetzt, ihre Geldstrafen komplett zu bezahlen. Ersatzfreiheitsstrafen werden vermieden, heißt es in einer Mitteilung der Beratungsstelle „WohnWege“. „Verurteilte, die Schwierigkeiten haben, ihre Geldstrafe zu bezahlen, gehören nicht ins Gefängnis“, ist die Meinung des AWO-Kreisvorsitzenden [DATENBANK=513]Grant-Hendrik Tonne[/DATENBANK]. Neben vielen anderen hatte er sich auf politischer Ebene für die Fianzierung und Etablierung des Angebots im Landgerichtsbezirk Verden eingesetzt. „Wir freuen uns, das Angebot Geldverwaltung statt Haftstrafe nun auch in Nienburg anbieten zu können“, zeigte sich der Geschäftsführer der Diakonie Delmenhorst, Franz-Josef Franke, erfreut und lobte die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle „WohnWege“.

Das Projekt des Herbergsvereins stellt Berater Axel Zuber in der Neuen Straße 25 in Nienburg montags von 10 bis 15 Uhr ein Büro zur Verfügung. „Das neue Angebot ergänzt die Beratung von ,[DATENBANK=4118]WohnWege[/DATENBANK]‘ für Menschen in Wohnungsnot und Erwerbslose gut“, freut sich Sozialarbeiter Matthias Mente vom Herbergsverein.

„Das Problem besteht für viele Menschen darin, dass die Bezahlung der Geldstrafe in einer Summe verlangt wird. Und genau das können viele Menschen mit geringem Einkommen häufig nicht“, erläutert Zuber, der vor vielen Jahren das Konzept „Geldverwaltung statt Haftstrafe“ entwickelt hat. An Geld arme Menschen würden im Gefängnis landen, weil sie die Strafe nicht bezahlen können. Aus diesem Grund hätten sich die großen Wohlfahrtsverbände in Niedersachsen dazu entschlossen, hier eine Hilfeeinrichtung zu schaffen.

„Die Klienten treten den von der Staatsanwaltschaft akzeptierten monatlichen Ratenbetrag von ihrem Einkommen auf ein Treuhandkonto des Diakonischen Werkes ab“, berichtet Zuber.

Hilfesuchende können das Beratungsangebot täglich unter (04221) 96200 in Delmenhorst oder montags von 11 bis 15 Uhr unter (0162) 4862663 in Nienburg erreichen.

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Erstellt:
18. Oktober 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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